Fahrzeugmodernisierung bei der S-Bahn Berlin – 50. Zug der Baureihe 481 geht saniert in Betrieb

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Volker Emersleben |

Die S-Bahn Berlin hat ihren 50. frisch sanierten Zug der Baureihe 481 wieder in Betrieb genommen. Bis Ende 2024 sollen insgesamt 309 Fahrzeuge für weitere zehn Jahre fit gemacht werden. Ursprünglich sollte die Umrüstung bereits 2023 abgeschlossen sein.

In der vergangenen Woche ist der 50. Viertelzug der S-Bahn-Baureihe 481 frisch lackiert, überarbeitet und umgestaltet aus dem Werk in Schöneweide gerollt. Im Rahmen des Modernisierungsprojekts sollen allein 2021 weitere 100 Fahrzeuge runderneuert in Betrieb gehen. Den kompletten Umbau von 309 Fahrzeugen ermöglichen die Länder Berlin und Brandenburg im Rahmen des Interimsvertrages. Insgesamt werden über 150 Millionen Euro investiert, um die Langlebigkeit der zwischen 1997 und 2004 gebauten Fahrzeuge zu sichern. 

„Wir haben dieses große Projekt nun gut zum Laufen gebracht und mit dem 50. fertigen Viertelzug einen weiteren Meilenstein erreicht“, sagte S-Bahn-Chef Peter Buchner. Inzwischen habe man eine Routine im Umbau der Fahrzeuge entwickelt, dennoch sei es eine große Herausforderung. Unterstützt wird die S-Bahn Berlin vom Maschinenbauunternehmen MSG Ammendorf in Halle (Saale). Dort kennt man die Baureihe aus dem Effeff, denn hier wurde die Flotte ursprünglich gebaut.

Foto: DB AG / Jens Wiesner

Um den Umbau der Züge bis Ende 2024 abzuschließen, wird an 23 Viertelzügen gleichzeitig im Werk Schöneweide gearbeitet – und das jeweils für eine geplante Durchlaufzeit von elf Wochen pro Zug.

Etwa 360 Handwerker sind ein Drittel ihrer Zeit ausschließlich mit den Arbeiten für das Projekt Langlebigkeit beschäftigt. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden für die Infrastruktur im Werk Schöneweide über drei Millionen Euro aufgebracht, beispielsweise für eine Schleif- und eine Klebehalle.



Die modernisierten Fahrzeuge sehen den neuen S-Bahn-Triebwagen der Baureihe 483/484, die zu Jahresbeginn den regulären Fahrgastbetrieb aufgenommen haben, ziemlich ähnlich: Lackierung, Sitze und Polster, die Fußböden erscheinen im selben Design.

Foto: DB AG / Jens Wiesner

Bei den Arbeiten zur Modernisierung der Zugflotte werden mehr als 6.000 laufende Meter Wagenkasten-Langträger auf Korrosion untersucht und bei Befund saniert. Außerdem werden gut 7.000 neue, schwarze Türflügel an den Einstiegen eingesetzt und mehr als 27.000 neue Sitzgestelle sowie blaue Polster verbaut. Die Arbeiten umfassen auch die Installation von 5.000 Videokameras in den Fahrgasträumen und den Austausch von knapp 29.000 Quadrat­meter Fußbodenplatten und 32.000 Quadratmeter Belag.

Um auch die elektronischen Komponenten der Züge zuverlässiger zu machen, bekommen sie eine besondere Erneuerung im Bereich Fahrzeugsteuerung. Dort werden Fahrschalter und elektrische Schaltmittel ausgetauscht, um altersbedingte Störungen zu verhindern.