Luftfahrtbranche springt auf Klimazug auf – Grüne Mobilität soll auch im Flugverkehr kommen

(EVN Redaktionsdienst / dts Nachrichtenagentur) – Foto: Pixabay |

Die Eisenbahn gehört schon heute zu den klimafreundlichsten Verkehrssystemen. Jetzt kündigt auch die deutsche Flugbranche an, innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte ihre Treibhausgas-Emissionen auf Null zu senken.

„Wir haben ein ambitioniertes Ziel: Klimaneutralität in der Luftfahrt bis 2050“, sagte Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftfahrtindustrie (BDLI), der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Und weiter: „Wir arbeiten mit Hochdruck am klimaneutralen Flugzeug, das bereits 2035 fliegen wird.“

Den Weg dorthin skizzieren die Branchenverbände in einer „Roadmap“, über die die FAS berichtet. Sie wurde gemeinsam mit den Bundestagsfraktionen und der Denkfabrik „Zentrum liberale Moderne“ des früheren Grünen-Politikers Ralf Fücks erarbeitet. Kurzfristig sollen effizientere Antriebe und optimierte Flugrouten die Emissionen senken, langfristig geht es um Kraftstoffe aus erneuerbaren Quellen, etwa um grünen Wasserstoff.

Da die nötige Flottenerneuerung durch die Corona-Krise ins Stocken gerät, bringt die Branche dafür auch Staatshilfen ins Spiel, zum Beispiel eine Art Abwrackprämie für Flugzeuge. „Wie schnell die Maßnahmen umgesetzt werden können, etwa der wichtige Systemwechsel hin zu alternativen Kraftstoffen, das liegt nicht allein in unserer Hand“, so Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Staat, Industrie und Luftverkehrswirtschaft müssten hier zusammenarbeiten.


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Auch die Deutsche Bahn will bis zum Jahr 2050 komplett klimaneutral sein. Aktuell kommen bereits 61 Prozent des Stroms für elektrische Lokomotiven und Triebzüge aus erneuerbaren Energien. Bis 2030 soll der Ökostrom-Anteil beim Staatskonzern auf 80, bis 2038 auf 100 Prozent steigen. Aktuell werden rund 90 Prozent der Verkehrsleistung auf elektrifizierten Bahnstrecken erbracht. Neben den ICE- und Intercity-Zügen des Fernverkehrs sind auch die S-Bahnen in Hamburg mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs.

Um darüber hinaus den Ausstoß an Treibhausgasen weiter zu senken, arbeitet die Deutsche Bahn an alternativen Antrieben und Kraftstoffen. Eine Möglichkeit ist hier der Einsatz von Öko-Diesel, der DB-Angaben zufolge eine Reduzierung der CO2-Emissionen um bis zu 90 Prozent ermöglicht. Außerdem werden seit Jahren im Rangierdienst statt den bisherigen Dieselloks immer mehr Hybridloks eingesetzt. Auch Züge mit Batterie- oder Wasserstoff­antrieb sind im Kommen.