Vom Piloten zum Lokführer – Neue Perspektive im Führerstand

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Thomas Fengler |

Die Perspektivlosigkeit für viele Beschäftigte in der Luftfahrtbranche lässt so manchen Piloten umdenken: Einige sind sogar bereit, das Cockpit gegen den Führerstand eines Zuges zu tauschen. 

Zu einem der ersten Piloten, der diesen Schritt wagt, gehört Carlos Sprüngli. Der gelernte Flugkapitän, der früher unter anderem Maschinen des Typs A330 gesteuert hat, kann sich eine Zukunft bei der Eisenbahn vorstellen. Laut einem Bericht von Euronews steht er jetzt kurz davor, einen Vertrag mit einem Bahnunternehmen zu unterzeichnen. Das Leben geht weiter, sagt er: „Das ist wie in einer Beziehung. Wenn der andere nichts mehr von dir will, muss man seinen Stolz herunterschlucken und nach vorne blicken.“

Die Idee, Piloten zu Lokführern auszubilden, gibt es in der Schweiz bereits seit einigen Monaten. Grund dafür ist die pandemiebedingte Krise, die sich auch dramatisch auf die Luftfahrtbranche auswirkt. Deshalb traten der Schweizer Piloten­verband Aeropers und der Verband der Schweizer Lokomotivführer bereits im Herbst des vergangenen Jahres  miteinander in Kontakt. Aeropers setzt sich nach eigenen Angaben dafür ein, dass die Piloten sich umorientieren können. Und auch für die SBB, die händeringend nach neuen Lokführern sucht, bietet die derzeitige Situation eine Chance. 



Aktuell würden rund 160 Lokführer bei der SBB fehlen, berichtet das Nachrichtenportal Aero. Dennoch sei es nicht so einfach, direkt vom Cockpit in den Führerstand zu wechseln, wie SBB-Sprecher Martin Meier weiter erklärt. Dazwischen lägen 14 bis 16 Monate. Solange dauert in der Schweiz die Lokführerausbildung für Quereinsteiger.