Bayerische Regiobahn: Fahrgäste zeigen sich mit neuer Lint-Zugflotte zufrieden

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: EVN |

Die Bayerische Regiobahn (BRB) ist erfreut, dass die neue Zugflotte des Unternehmens – trotz einiger Probleme – bei den Fahrgästen gut ankommt.

Wie BRB-Geschäftsführer Fabian Amini im Interview mit dem Münchner Merkur verriet, haben 95 Prozent von 700 Befragten in einer Fahrgastumfrage angegeben, dass sie die neuen Züge mindestens genauso gut oder besser finden als die früheren Integral-Fahrzeuge.

Die BRB setzt seit Mitte Juni 2020 Neufahrzeuge des Herstellers Alstom vom Typ Coradia Lint ein. Unterwegs sind die insgesamt 31 Triebwagen im Bayerischen Oberland auf der Strecke von München nach Lenggries, Tegernsee und Bayrischzell.

Ein Problem, über das sich Anwohner beispielsweise in Gmund allerdings seit der Einführung der neuen Züge beschweren, ist das Quietschen der Triebwagen in Gleisbögen. Amini zufolge sei die Behebung dieser Angelegenheit anspruchsvoll. „Es gibt hierfür keine schnellen und günstigen Lösungen.“ Die beste Variante – ein Absorberring in den Rädern – soll jetzt in einem Zug getestet werden. „Sollte das den gewünschten Erfolg bringen, wären wir aber auf Hilfen des Freistaats angewiesen“, betonte der Geschäftsführer. Die Absorber­ringe für alle Fahrzeuge seien eine Investition in Millionenhöhe. „Das übersteigt leider deutlich unsere Möglichkeiten.“



Infolge der Corona-Krise verzeichnet das Unternehmen aktuell 70 bis 80 Prozent weniger Fahrgäste als normal. „Diesen Tiefstand hatten wir zuletzt im ersten Lockdown im März – und das, obwohl wir auch jetzt den vollen Fahrplan erfüllen“, sagte Amini im Merkur-Interview. „Wir sind in einer sehr ernsten Situation, die wir ohne einen Rettungsschirm nicht überstehen würden.“

Kritisch äußerte sich der BRB-Chef auch zum Thema Infrastruktur, weil es zuletzt immer wieder vorgekommen sei, dass der Schienennetzbetreiber DB Netz AG infolge von Personal­mangel Stellwerke in Miesbach, Schliersee und Bayrischzell zeitweise nicht besetzen konnte. „Die dann fällige Vertragsstrafe an den Freistaat muss trotzdem die BRB zahlen – egal, wo die Ursache liegt“, bemängelte Amini. „Der Anreiz für die Deutsche Bahn, die Infrastrukturqualität zu bieten die für einen pünktlichen und zuverlässigen Betrieb erforderlich ist, geht verloren, wenn sie die Strafe nicht selbst zahlen muss.“ Dieses Problem müsse noch gelöst werden, gab er zu bedenken.