GDL-Chef Weselsky: „DB-Vorstand sind Boni wichtiger als das Wohl des Eisenbahn­systems“

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: GDL |

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kritisiert den Konzernvorstand der Deutschen Bahn AG für dessen Ablehnung der EU-Auflagen zum Abruf der milliarden­schweren Finanzspritze des Bundes.

„Dem DB-Vorstand sind die eigenen Boni offensichtlich wichtiger als das Wohl und Wehe des Eisenbahnsystems“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky am Dienstag. Der DB-Vorstand habe zwar im vergangenen Jahr auf seine Boni verzichtet, in den Folgejahren wolle er aber wieder kassieren, „so als ob es Corona und die weitreichenden Folgen 2021 und in den folgenden Jahren nicht mehr gäbe“, selbst wenn dadurch die Milliarden verzögert oder gar nicht ausbezahlt würden, heißt es von Seiten der Lokführergewerkschaft.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel hatte kürzlich berichtet, dass die EU-Kommission mehrere Bedingungen an eine Auszahlung der vom Bund geplanten Corona-Hilfen an die Deutsche Bahn knüpft. Diese sehen neben einem Verzicht auf Gehalts-Boni vor, dass der Konzern den durch die Corona-Krise erlittenen Schaden für jede Strecke genau nachweisen muss. Auch die Buchungsplattform DB Navigator sollte nach dem Willen der EU für private Konkurrenten wie Flixtrain geöffnet werden.



Weselsky wirft dem DB-Management vor, dass es sich „fürstlich“ bezahlen lässt, während das direkte Personal den Gürtel enger schnallen müsse. Nach Ansicht der GDL sollten aber auch die rund 3.000 Führungskräfte komplett auf die variablen Vergütungen verzichten, solange die negative Entwicklung im Konzern anhält.