Eisenbahngewerkschaft will Zerschlagung des Bahnkonzerns verhindern

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: iStock / AdventurePicture |

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat massiven Widerstand gegen die von den Grünen geforderte Neuordnung der Deutschen Bahn AG angekündigt.

„Wir werden alles mobilisieren, um eine Trennung von Netz und Betrieb zu verhindern“, sagte der EVG-Vorsitzende Klaus-Dieter Hommel in einem Streitgespräch mit Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Wer diese Reform gegen den Willen der EVG durchsetzen wolle, kämpfe auf verlorenem Posten.

Erfahrungen aus anderen Ländern hätten gezeigt, dass eine Spaltung das System Schiene kaputtmache, sagte Hommel im Interview von Tagesspiegel-Background. Angesichts der unabsehbaren Pandemiefolgen könne man sich eine Verunsicherung der Fahrgäste und Mitarbeiter nicht erlauben. Der EVG-Chef befürchtet, dass Innovationen wie die digitale Zugsicherung ETCS erschwert werden könnten, wenn das Gleisnetz und das Fahrgeschäft der DB von verschiedenen Gesellschaften betrieben würden.


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Grünen-Politiker Hofreiter verteidigte die Pläne. „Wir wollen, dass die Bahn das Rückgrat für die Mobilitäts­wende wird“, sagte er. Dafür wolle man einen Infrastrukturfonds fürs Schienen­netz auflegen und die Bundesmittel um rund 175 Milliarden Euro bis 2040 erhöhen. „Dieses Geld sollte dann aber auch effizient ausgegeben werden“, meinte Hofreiter im Interview mit dem Tagesspiegel. Den Konzern Deutsche Bahn hält er für „zersplittert“. Die verschiedenen DB-Gesellschaften würden nach seiner Ansicht häufig gegeneinander arbeiten. Stattdessen wollen die Grünen eine „DB Transport“ und eine „DB Infrastruktur“ gründen. Die Infrastruktur­gesellschaft sollte sich am Gemeinwohl orientieren und viele Fahrten auf dem Gleisnetz zum günstigen Grenzkostenpreis anbieten.

Klaus-Dieter Hommel sieht das skeptisch. „Das ist ein Wunschtraum“, sagte er. Wer Daseinsvorsorge organisieren wolle, müsse sagen, „wer das Geld aufbringt. Mir fehlt die Perspektive, wie das in absehbarer Zeit gelingen könnte.“