RCG-Chef hält 30-Prozent-Ziel im europäischen Schienengüterverkehr für möglich

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: ÖBB / RCG / Knopp / Payr |

Der Chef des österreichischen Güterbahnunternehmens Rail Cargo Group (RCG), Clemens Först, hält einen Ausbau des Marktanteils der Schiene für möglich.

Laut Först sei ein Marktanteil der Schiene am Modal Split von 30 Prozent in Europa bis 2030 „zwar extrem ambitioniert, aber erreichbar“. Das sagte er kürzlich im Interview mit der Verkehrsrundschau. Först sieht für dieses Wachstum im Schienennetz keine Engpässe, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Wichtig sei unter anderem, dass ein Zug genauso einfach wie ein Lkw durch Europa fahren kann. Dies könne aber nur dann garantiert werden, wenn man nicht an jeder Grenze Personal und vielfach die Lokomotive wechseln und eine lange Reihe an sonstigen nationalen Spezifika berücksichtigen muss, so Först. Außerdem benötigten die Bahnen „gerechte ökonomische Rahmenbedingungen“, damit sie ihre Leistungen „zu wettbewerbs­fähigen Preisen anbieten können.“ Derzeit gebe es „ein Ungleichgewicht bei der Einpreisung der externen Kosten“ im Vergleich zwischen Straße und Schiene.



Wenn man es schaffe, bei diesen Voraussetzungen Fortschritte zu erzielen, werde die Nachfrage nach Schienentransporten deutlich steigen, zeigt sich der Chef der ÖBB-Güterbahntochter überzeugt. Först sei zudem optimistisch, dass die 2020er Jahre „zu einer Renaissance des Schienengüterverkehrs in Europa“ führen werden.

Nach den Daten von Statista lag der Anteil der Schiene am europäischen Güterverkehr im Jahr 2018 bei etwa 13 Prozent. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) gibt den Schienenmarkt­anteil am Gütertransport in Europa hingegen mit 17 Prozent an.