Dänemark untersagt Transport von Sattelaufliegern in Güterzug-Taschenwagen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Imago / Manfred Segerer (Symbolbild) |

Die Transportaufsichtsbehörde TBST in Dänemark hat Mitte Januar den Transport von Sattelaufliegern in Taschenwagen zunächst bis zum 5. Februar vollständig untersagt.

Grund für die Untersagung der Transporte sind laut Medienberichten sechs weitere Vorfälle mit nicht ausreichend gesicherten Lkw-Sattelaufliegern auf sogenannten Taschenwagen von Güterzügen. Auslöser für das jetzige Vorgehen der dänischen Verkehrsaufsichtsbehörde ist ein Fall, der sich vor wenigen Wochen ereignete. Wie unter anderem die Deutsche Verkehrszeitung (DVZ) kürzlich berichtete, hatte ein aufmerksamer Bürger am 13. Januar die Polizei darüber informiert, dass ein Sattelauflieger auf einem Güterzug auffällig wippte. Der Zug befand sich bei starkem Wind auf der Brücke über den Großen Belt und fuhr deswegen bereits mit reduzierter Geschwindigkeit. Eine anschließende Kontrolle des Zuges, der in Nyborg gestoppt wurde, ergab den Berichten zufolge, dass tatsächlich ein Sattelauflieger nicht ordnungsgemäß im Stützbock befestigt war. Zwei Jahre zuvor – am 2. Januar 2019 – hatte sich wegen eines ähnlichen Vorfalls bereits ein schwerer Unfall mit acht Toten ereignet. Damals war ein entgegenkommender Personenzug mit einem per Güterzug transportierten Lkw-Auflieger kollidiert.

Bei den nun bekannt gewordenen Fällen, die der dänischen Behörde offenbar verschwiegen wurden, soll es sich jeweils um Taschenwagen von DB Cargo gehandelt haben. Die Vorfälle hätten sich in Taulov, Høje Taastrup und Malmö ereignet. In zwei Fällen soll der Trailer nicht korrekt auf dem Stützbock positioniert gewesen sein, in vier Fällen habe die Verriegelung des Königszapfens nicht funktioniert. Weiter wird berichtet, dass DB Cargo die Vorfälle zwar registriert, aber als „weniger schwerwiegend“ eingestuft habe. Das Unternehmen soll nun darlegen, welche Gründe es für die fehlerhafte Sicherung der Sattelauflieger ermittelt hat und wie darauf reagiert wurde.

Die TBST hat nun ihre jüngsten Erkenntnisse der EU-Agentur für Eisenbahnen (ERA) gemeldet. Das Thema soll am 4. Februar im „Joint Network Secretariat“ behandelt werden. Von Seiten des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA), das ebenfalls Teil des Gremiums ist, hieß es laut DVZ-Bericht, dass behördliche Anordnungen für Deutschland nach derzeitigem Stand nicht erforderlich seien. Dennoch werde auch das EBA die Entwicklung im Auge behalten. Ohnehin liege es, so die deutsche Sicherheitsbehörde weiter, in der Verantwortung der Eisenbahnunternehmen, Erkenntnisse aus der Unfalluntersuchung zu bewerten und gegebenenfalls weitere Schritte zur Gewährleistung der Sicherheit zu ergreifen.