Konzernbetriebsrat der Deutschen Bahn hält Zerschlagungspläne für „schädlich“

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Volker Emersleben |

Der Konzernbetriebsrat (KBR) der Deutschen Bahn AG hält eine mögliche Zerschlagung des Staatskonzerns in eine Infrastruktur- und eine Verkehrssparte mit jeweils eigenen Zielen und verschiedenen Eigentümern für „schädlich“.

Unter derartigen Ideen hätten schon die Eisenbahnen in mehreren europäischen Ländern „mit teilweise katastrophalen Folgen“ leiden müssen, sagte der Vorsitzende der Konzern­betriebsrats der Deutschen Bahn AG, Jens Schwarz. Dieser Fehler dürfe sich „keinesfalls wiederholen“.

Die Pläne zu einer möglichen Zerschlagung des Konzerns kommen von den Grünen, die vor einigen Wochen Vorschläge zu einem weitreichenden Umbau der Deutschen Bahn AG gemacht haben. Das Konzept sieht neben der Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken und dem Ausbau des Fernzugnetzes auch umfassende Änderungen in der Konzernstruktur vor.


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Völlig absurd sei es, einen solchen Schritt damit zu begründen, mehr Wettbewerb auf der Schiene zu ermöglichen, macht der KBR deutlich. „Nirgendwo in Europa sind so viele Eisenbahnverkehrsunternehmen im Personen- und im Güterverkehr aktiv wie in Deutschland. Sie erhalten den diskriminierungsfreien Zugang zur Infrastruktur, überwacht von der Bundesnetzagentur.“ Wer die Zerschlagung des heutigen Bahnkonzerns fordere, schwäche in Wahrheit nicht nur die Deutsche Bahn, sondern füge insgesamt dem System Eisenbahn in Deutschland großen Schaden zu, sagte Schwarz. Eine solche Handlung sei „verantwortungslos“ gegenüber den Kunden und den weltweit über 330.000 Mitarbeitenden. „Daher erwarten wir von der Bundesregierung ein klares, nachhaltig gültiges Bekenntnis zum integrierten Konzern der Deutschen Bahn und zur Zukunft der ‚Starken Schiene‘ in Deutschland“, erklärte der KBR-Chef. 

Die ‚Starke Schiene‘, so Schwarz weiter, sei „nur stark im Verbund, in der engen Verzahnung der Geschäftsfelder der DB AG. Um mehr Verkehr oder das große Vorhaben ‚Deutschlandtakt‘ auf die Schiene bringen zu können, braucht es eine noch engere Zusammenarbeit im Unternehmen.“


Außerdem fordert der Konzernbetriebsrat den Bund als Eigentümer der DB AG auf, endlich die zugesagte Eigenkapitalerhöhung zu leisten. „Die Vorverhandlungen mit der EU-Kommission sind nicht beendet, von der Einleitung eines formellen Notifikationsverfahrens für die Beihilfen ganz zu schweigen. Dies führt bereits zu einer spürbaren Verunsicherung“, so Schwarz.