ÖPNV: Verkehrsunternehmen ziehen Bilanz nach Corona-Jahr 2020

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Imago / Frank Sorge |

2020 sank die Nachfrage im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufgrund der Corona-Pandemie zeitweise um bis zu 80 Prozent. Einnahmeausfälle in Milliardenhöhe waren die Folge. Auch 2021 rechnen die Unternehmen mit hohen Verlusten.

Die mit der Corona-Pandemie einhergehenden Beschränkungen haben die Unternehmen des ÖPNV im vergangenen Jahr hart getroffen. Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sanken die Fahrgastzahlen in den ersten Corona-Monaten (März und April) um teilweise bis zu 80 Prozent. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung von Mai bis September rutschte die Nutzung mit dem erneuten Lockdown ab Dezember wieder auf unter 50 Prozent. Aktuell liege der Wert bundesweit im Schnitt bei etwa 30 bis 40 Prozent.

„Da wir seit Beginn der Pandemie, auch in der Zeit der stärksten Beschränkungen, trotzdem nahezu das volle Bus- und Bahnangebot weiterfahren, sind die Einnahmeverluste – bei etwa gleichen Kosten – immens“, betonte VDV-Präsident Ingo Wortmann.


Die Verluste der Branche bei den Ticketeinnahmen beliefen sich dem Branchenverband zufolge für den Zeitraum März bis Dezember 2020 auf rund 3,5 Milliarden Euro. „Wir rechnen damit, dass wir auch im gesamten Jahr 2021 noch nicht wieder die sonst übliche Zahl an Fahrgästen befördern werden“, sagte Wortmann. Deshalb müsse hier die Politik mit einem erneuten Rettungsschirm aushelfen. „Wir gehen davon aus, dass es erst ab Herbst wieder zu einem deutlichen Anstieg der Fahrgastzahlen kommen wird, wenn die Zahl der Geimpften entsprechend hoch ist und die Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft nach und nach zurückgenommen werden – vor allem mit dem Rückgang bei der millionenfachen Kurzarbeit und dem Arbeiten von zu Hause“, so der VDV-Chef.