Bundesverkehrsministerium fördert Gleisanschlüsse für Unternehmen mit 200 Millionen Euro

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Barteld Redaktion & Verlag |

Damit in Zukunft mehr Güter über die umweltfreundliche Schiene transportiert werden, legt das Bundesverkehrsministerium (BMVI) ein millionenschweres Programm auf.

Die Bundesregierung verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, bis 2030 den Anteil des Schienengüterverkehrs von derzeit knapp 19 auf mindestens 25 Prozent zu erhöhen. Um bestehende Gleiszugänge zu Unternehmen zu reaktivieren oder neue zu bauen, stellt das Verkehrsministerium weitere Finanzmittel zur Unterstützung privater Investitionen in Gleisanschlüsse bereit. „Je kürzer und einfacher der Weg zur Schiene, desto eher transportieren Unternehmen ihre Waren mit der Bahn“, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Mit den Fördermitteln des Bundes sollen ab 1. März bis zu 50 Prozent der Kosten für Neu- und Ausbau, die Reaktivierung und den Erhalt bestehender Zugänge übernommen werden, teilte das BMVI am Freitag mit. Ab diesem Jahr stehen demnach jährlich 34 Millionen Euro zur Verfügung, dies sei mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Ab 2024 sollen sich die Mittel auf 49 Millionen Euro erhöhen, der Gesamtumfang des Förderprogramms liege bei 200 Millionen Euro für fünf Jahre. „Mit einem Gleisanschluss direkt vor der Tür oder einem Verladebahnhof in der Nähe fällt die Entscheidung leichter. Deshalb unterstützen wir private Investitionen, fördern den Bau von Umschlagbahnhöfen und beschleunigen Planungen“, so Scheuer.



DB-Güterbahnchefin Sigrid Nikutta begrüßt das Förderprogramm und freut sich über den „Rückenwind des Bundes für das größte Umweltnetzwerk in Deutschland.“ Gemeint ist damit das Schienennetz der Deutschen Bahn. „Ob Firmen oder Kommunen, die mit einem Gleisanschluss für Werkhalle oder Gewerbegebiet starten wollen: alle finden nun deutlich einfacher den Einstieg in die klimafreundliche Bahnlogistik“, so Nikutta.

Die Anbindung privater Schienenanschlüsse an das Schienennetz erfolgt über eine Weiche. Deren Kosten u.a. für Betrieb und Ersatzneubau werden von Infrastrukturunternehmen wie der DB Netz AG zunehmend allein auf die privaten Investoren übertragen. Um Investitions­hemmnisse zu beseitigen, hat das BMVI angekündigt, für eine faire Kostenverteilung zu sorgen: Beide Seiten sollten sich angemessen an den Kosten beteiligen, heißt es. Dafür werde eine rechtliche Klarstellung im Allgemeinen Eisenbahngesetz angestrebt. Zur finanziellen Unterstützung fördert das BMVI mit dem Bundesförder­programm ab März 2021 anteilig auch den Austausch alter Weichen.