Eisenbahn­gewerkschaft sieht Konflikt­potenzial nach Verzicht auf Ticket­verkauf im Zug

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: DB AG / Oliver Lang |

Der Fahrscheinverkauf in den Fernzügen der Deutschen Bahn soll Anfang kommenden Jahres eingestellt werden. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hält diesen Schritt für falsch und sieht sogar ein mögliches Konfliktpotenzial für die Beschäftigten. 

Die EVG hält die Entscheidung der Deutschen Bahn, den Verkauf von Fahrscheinen in Intercity- und ICE-Zügen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung einzustellen, für einen Fehler. Bei spontanen Fahrten bleibt Bahnreisenden damit in Zukunft nur noch die Möglichkeit, ihre Reise über die DB-Navigator-App oder am Fahrscheinautomaten im Bahnhof zu buchen. Weil sich Kunden erst an die Neuerung gewöhnen müssen, befürchtet die EVG sogar Konflikte mit dem Zugpersonal.


Ursprünglich sollte der Wegfall des Ticketverkaufs im Fernverkehr bereits Anfang Oktober 2021 wirksam werden. Nach Bedenken des EVG-Betriebsrates wurde der Termin jedoch auf den 1. Januar 2022 verschoben. Somit habe die Deutsche Bahn drei Monate mehr Zeit, die Reisenden ausführlich über die Veränderungen zu informieren.

Außerdem passt das Unternehmen die Nachlöseprämie für das Zugpersonal an: Diese beträgt künftig 3 Euro und wird jährlich um 2 Prozent dynamisiert.