Ausbauprojekt im Münchner Nordosten – Mehrkosten für Tunnellösung muss Landeshauptstadt tragen

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: Vectorvision |

Auf Nachfrage der Grünen teilt die Bundesregierung mit, dass sie eine Beteiligung des Bundes an der Vorplanung der Tunnelvariante beim Münchner Ausbauprojekt Daglfing–Johanneskirchen nicht in Betracht zieht.

Wie die Regierung schreibt, ging die ebenerdige Streckenführung in der Grobuntersuchung der DB Netz AG als Vorzugsvariante hervor. Die Planungs- und Baukosten für diese Variante liegen DB-Angaben zufolge bei voraussichtlich 0,9 Milliarden Euro. Für die zweite Variante, die ebenfalls im Gespräch ist, wären deutlich höhere Finanzmittel nötig. Laut Prognosen würde der Ausbau im Tunnel rund 2,4 Milliarden Euro kosten.

„Aus haushalterischen Gründen sind die Mehrkosten einer Tunnellösung von Dritten (Landes­hauptstadt München, Freistaat Bayern) zu tragen“, heißt es in der Vorlage weiter. In der Planungsvereinbarung zwischen den Eisenbahninfrastruktur­unternehmen und der Stadt München sei deshalb entsprechend festgelegt worden, dass die Mehrkosten zur Vorplanung der Tunnelvariante von der bayerischen Landeshauptstadt übernommen werden müssen.


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Nach Abschluss der Vorplanung wollen Bund, Deutsche Bahn und die Landeshauptstadt München entscheiden, welche Variante finanziert und damit weiterverfolgt und tatsächlich gebaut wird.

Mit dem viergleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen Daglfing und Johanneskirchen im Münchner Nordosten sollen der S-Bahn- und der Güterverkehr künftig separiert und auf jeweils eigenen Gleisen geführt werden, um den heutigen Kapazitätsengpass auf dem fünf Kilometer langen Streckenabschnitt zu beseitigen. Im Januar wurde mit der Baugrund­untersuchung entlang der Strecke begonnen.