Speditionsverband und Verkehrsunternehmen begrüßen neue Gleisanschlussförderung

(EVN Redaktionsdienst) – Foto: NEE |

Der DSLV Bundesverband Spedition und Logistik, der Verband Deutscher Verkehrs­unternehmen (VDV) und das Güterbahnnetzwerk NEE begrüßen die am Freitag von Bundesverkehrsminister Scheuer angekündigte Investitionsoffensive für einen besseren Zugang zur Schiene.

Teil des Pakets ist die neue Gleisanschlussförderrichtlinie, die das geltende Förderrecht ab März 2021 ersetzen wird. Diese unterstützt Eisenbahnen, Verlader und Speditionen beim Aus- und Neubau von Gleisanschlüssen.

Mit 34 statt bisher 14 Millionen Euro pro Jahr sei das Fördervolumen nach Auffassung von DSLV und VDV zunächst ausreichend dimensioniert, wie beide Verbände mitteilten. Besonders zu begrüßen sei auch die erstmalige finanzielle Förderung für die Errichtung multifunktionaler Terminals in Höhe von bis zu 80 Prozent. Dadurch könnte das bestehende Terminalnetz nicht nur erhalten, sondern noch weiter ausgebaut werden und der Anteil multimodaler Verkehre Straße – Schiene wachsen, heißt es.

Insgesamt ist für die Förderung ein Finanzbudget von 200 Millionen Euro in fünf Jahren vorgesehen. Nach anfänglich 34 Millionen Euro jährlich sollen die Mittel ab 2024 auf 49 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden.


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„Gleisanschlüsse sind neuralgische Schnittstellen der Logistik in das System Schiene. Eine verstärkte finanzielle Förderung des Gleisanschlussausbaus wird die gemeinsamen Anstrengungen von Wirtschaft und Politik, noch mehr Güter auf umweltfreundlichere Verkehrsträger wie die Schiene zu verlagern, spürbar unterstützen“, sagte DSLV-Präsident Axel Plaß. „Dem Schienengüterverkehr erweist die Politik mit diesem Programm die dringend benötigte Unterstützungsmaßnahmen, die sie braucht, um die ehrgeizigen Ziele von 25 Prozent Verkehrsträgeranteil bis 2030 zu erreichen“, fügte VDV-Vizepräsident Joachim Berends hinzu.

Auch das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) begrüßt die Erweiterung der 2004 erstmals aufgelegten Gleisanschlussförderrichtlinie. „Nur mit mehr Zugängen können wir mehr Verkehr auf die Schiene holen“, sagte der NEE-Vorstandsvorsitzende Ludolf Kerkeling. Wermutstropfen sei allerdings, dass das eher abschreckende Antrags- und Abrechnungs­prozedere weitgehend unverändert aus der alten Richtlinie übernommen worden sei. Für eine erfolgreiche Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene bräuchten Eisenbahn­verkehrsunternehmen maximale unternehmerische Flexibilität, heißt es vom Güterbahn­verband.