Versuche mit neuer Güterwagenkupplung – Prototyp in Klimakammer getestet

| Foto: DB AG |


Nach ersten Tests mit einem neuen Kupplungstyp für Güterwagen, hat die Deutsche Bahn ein positives Zwischenfazit gezogen. An einem Nachfolger für die bisherige Schraubenkupplung – der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) – wird derzeit gearbeitet.

Erste Versuche mit einem DAK-Prototypen in der Klimakammer von DB Systemtechnik in Minden seien wie erwartet verlaufen. An einigen Stellen gebe es zwar noch „leichten Nachbesserungsbedarf“, aber das Zwischenergebnis der Experten nach den Tests sei „insgesamt positiv“, schreibt Prof. Sabina Jeschke, Digital- und Technikvorständin der Deutschen Bahn AG, auf der Business-Plattform LinkedIn.

Der Prototyp wurde unter anderem bei minus 25 Grad und bei minus zehn Grad gekuppelt – und das alles zusätzlich noch mit künstlichem Eis auf der Kupplung. Auch Schneematsch rund um null Grad wurde simuliert. Das andere Extrem: tropische Bedingungen bei 45 Grad Plus und 90 Prozent relative Luftfeuchte. Auch die anderen DAK-Prototypen kommen in den nächsten Wochen in die Klimakammer.


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Seit Herbst 2020 wurden die verschiedenen Kupplungstypen auf einem Testgelände in Görlitz bereits in unterschiedlichen Gleisgeometrien, bei verschiedenen Geschwindigkeiten und in unterschiedlichen Beladungszuständen gekuppelt. Insgesamt gab es mehr als 400 Einzelversuche in Görlitz. Laut Jeschke waren die Experten von DB Systemtechnik bei allen Versuchen dabei und überwachten zum Teil die Tests mit eigens konstruierter Messtechnik. Dabei erfassten sie die Beschleunigung der Wagen, die Kraftübertragung und die Bewegung der Kupplung in verschiedene Richtungen.

Im kommenden Sommer sollen die derzeit laufenden Tests in Görlitz und in Minden beendet sein. Im Anschluss wird das European DAC Delivery Programme (EDDP) ein Kupplungsdesign auswählen, das in einen Versuchszug eingebaut wird, um die Betriebstauglichkeit in der Praxis zu testen. Die Versuchsfahrten sollen mehrere Monate andauern und in ganz Europa stattfinden.

Neben der Deutschen Bahn und ihrer Tochter DB Cargo, sind die schweizerische und die österreichische Güterbahn SBB Cargo und Rail Cargo Austria sowie die Wagenhalter Ermewa, GATX Rail Europe und VTG an dem Projekt beteiligt. Das Bundesverkehrsministerium finanziert die Forschung mit rund 13 Millionen Euro.