Deutsche Bahn zieht Zwischenbilanz nach fünf Tagen Schneechaos – Netz zu 95 Prozent wieder befahrbar

| Foto: DB AG |


Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, sei man auf die derzeitige Wetterlage, die seit einigen Tagen in Deutschland herrscht, vorbereitet gewesen.

„Das Wetter traf die DB am vergangenen Wochenende nicht unvorbereitet. Arbeitsstäbe tagten, Schneeräumtrupps standen bereit und Räumfahrzeuge wurden in die betroffenen Gebiete abgezogen“, schreibt die Deutsche Bahn in einer Mitteilung. Zudem seien die Prognosen und Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ständig in die Lagebewertungen eingeflossen. „Die Wucht von Schnee, Wind und Eis sorgte dann, wie vielerorts, auch bei der Bahn für starke Einschränkungen in den betroffenen Gebieten.“ Oberstes Ziel während des Unwetters sei stets „die Sicherheit von Fahrgästen und Mitarbeitenden“ gewesen, heißt es. Hierfür habe die DB nach eigenen Angaben frühzeitig und auf Grundlage der Wetterprognosen des DWD ihr Verkehrsangebot angepasst. „Der Zugverkehr wurde vor allem dort, wo höchste Warnstufen galten, gezielt reduziert, um Stausituationen auch im Schienenverkehr zu vermeiden.“ Aus Sicht der Deutschen Bahn sei das Konzept der DB-Krisenmanager aufgegangen: „Es mussten zu keinem Zeitpunkt Fahrgäste auf offener Strecke aus Fernverkehrs- oder Regionalzügen evakuiert werden“, schreibt das Unternehmen weiter.


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Fünf Tage nach den extremen Unwettern über weiten Teilen Deutschlands normalisiert sich der Bahnverkehr immer weiter. „Seit dem Wochenende arbeiten tausende DB-Mitarbeiter rund um die Uhr, um den Fahrgästen wieder einen verlässlichen und stabilen Bahnverkehr anzubieten. Schrittweise konnten in den letzten Tagen die Metropolen wieder angefahren werden und in vielen Orten der Regionalverkehr langsam starten.“ DB-Angaben zufolge waren die Schneeräumkräfte bislang über 22.000 Mal ausgerückt, um Bahnhöfe schnee- und eisfrei zu machen.

Mittlerweile seien rund 95 Prozent des Streckennetzes wieder befahrbar – allerdings häufig mit Einschränkungen und teils hohen Verspätungen. „Da wo es noch nicht läuft, erschweren Schnee, vereiste Oberleitungen und Temperaturen bis zu minus 26 Grad Celsius auch in den nächsten Tagen den Räum- und Reparaturtrupps die Arbeit“, erklärt die Bahn weiter. Aktuell komme es regional noch zu großen Einschränkungen im Harz-Weser-Netz und in Thüringen.


Wo Einsatzkräfte der Deutschen Bahn mit Handarbeit und schwerem Räumgerät nicht mehr weiterkommen, würden Fachleute die Lage aus der Luft sichten. Entlang der Bahnstrecke zwischen Halle und Erfurt sei man zur Lageerkundung mit einem Helikopter unterwegs.

Auch in den Bahnhöfen sei schnell reagiert worden. In der Spitze standen bundesweit laut der Bahn bis zu 14 Aufenthaltszüge für Reisende bereit. Auch Hotelkapazitäten seien für gestrandete Fahrgäste zur Verfügung gestellt worden. Laut Unternehmensangaben wurden bis heute rund 2.000 Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben. Die eingerichtete Sonderhotline der DB wurde seit Samstag rund 90.000 Mal genutzt, um Fragen zur aktuellen Lage zu klären oder bei Umbuchung und Stornierung zu helfen, heißt es weiter.