DB-Personalvorstand Seiler wirft Lokführergewerkschaft Verzögerungstaktik vor

| Foto: EVN |


Der Personalvorstand der Deutschen Bahn AG, Martin Seiler, hat der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) vor den anstehenden Tarifverhandlungen eine Verzögerungstaktik vorgeworfen.

„Wir erleben, dass die GDL offenkundig Corona-Schäden leugnet, auf Zeit spielt und nicht an den Tisch kommen will“, sagte Seiler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Aus Sicht des Personalchefs sei das „verantwortungslos und entlarvend.“

Der aktuelle Tarifvertrag läuft zum 28. Februar aus – anschließend könnten Streiks drohen. GDL-Chef Claus Weselsky hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass seine Gewerkschaft streiken wolle, sollte die Deutsche Bahn nicht auf die Forderungen der GDL eingehen. Wie diese aber konkret aussehen, verrät die Gewerkschaft noch nicht. Aktuell teilt die GDL nur mit, dass die „systemrelevanten ehrenwerten Berufe im Eisenbahnsystem definitiv mehr verdient“ hätten, „als 1,5 Prozent für zwei Jahre, während sich die Führungs­kräfte vor einem Sanierungs­beitrag drücken und sich ihre Boni gegenseitig zuschanzen“, sagte Weselsky am Donnerstag.


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Weiter teilt der GDL-Chef mit, dass bislang weder die Deutsche Bahn noch der ausführende Arbeitgeberverband AGV MOVE exakte Forderungen für die Tarifrunde 2021 erhoben hätten. Die Lokführergewerkschaft wolle der DB dann „zu gegebener Zeit ihre Forderungen übermitteln“, heißt es. Laut früheren Äußerungen verlangte die Gewerkschaft bislang unter anderem eine allgemeine Entgelterhöhung um 4,8 Prozent sowie eine Corona-Zulage von 1.300 Euro.


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Mit der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte sich die Deutsche Bahn bereits im September vergangenen Jahres auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt, der eine Einkommenserhöhung um 1,5 Prozent ab Anfang 2022 sowie eine Beschäftigungs­garantie vorsieht. Die Lohn- und Gehaltssteigerung lag auch aufgrund der hohen Corona-Schäden des DB-Konzerns deutlich unter dem Niveau voriger Abschlüsse. Diese Einigung bezeichnete die GDL stehts als zu gering – und nicht übertragbar.

Ab wann die Verhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL starten, ist bislang unklar. In einer Mitteilung der Gewerkschaft heißt es nur: „Die Tarifverträge laufen erst zum Ende dieses Monats aus. Das heißt aber nicht, dass die Tarifverhandlungen beginnen.“