Alstom erwartet Interesse an Hochgeschwindigkeits-Doppelstockzügen für den deutschen Markt

| Foto: EVN |


Der Zughersteller Alstom geht davon aus, dass künftig neben dem ICE von Konkurrent Siemens auch vermehrt Doppelstockzüge des Typs Avelia Euroduplex – wie sie die französische Staatsbahn SNCF einsetzt – in Deutschland unterwegs sein könnten. 

Laut Müslüm Yakisan, dem neuen Alstom-Chef für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz führe sein Unternehmen bereits Gespräche mit nicht näher genannten potenziellen Kunden, die Interesse am Doppelstockzug Euroduplex zeigten. „Wir werden in den nächsten zwei bis fünf Jahren ganz bestimmt neue Eisenbahnunternehmen sehen, die der Deutschen Bahn in Deutschland im Fernverkehr Konkurrenz machen werden“, so Yakisan gegenüber der Wirtschaftswoche. Unter anderem bei Leasinggesellschaften, die das Potenzial der Schiene erkannt hätten, sei das Interesse am deutschen Schienenverkehrsmarkt gewachsen, fügte er hinzu.


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Aktuell gibt es neben dem Platzhirsch Deutsche Bahn nur wenig Konkurrenz im Fernverkehr. Versuche, in den Markt einzusteigen, gab es allerdings schon einige – beispielsweise 2012 mit dem Hamburg-Köln-Express und 2016 mit Locomore. Die früheren Verbindungen der beiden Unternehmen werden mittlerweile von FlixMobility – unter der Marke FlixTrain – betrieben.

Alstom sieht eine Zukunft für Hochgeschwindigkeits-Doppelstockzüge in Deutschland. Diese seien eine gute Alternative zum einstöckigen ICE, wie etwa dem Velaro von Siemens, „weil sie mehr Kapazität zur Verfügung stellen“, so Yakisan. Auch Politiker der Grünen hatten in jüngster Vergangenheit die Deutsche Bahn bereits aufgefordert, über die Beschaffung von Doppelstock-ICEs nachzudenken.