EVG fordert transparenten Prozess bei der Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes

| Foto: Imago / Ralph Peters |


Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert im Zuge des Streits mit der Lokführergewerkschaft GDL den Bahnkonzern auf, für einen transparenten Prozess bei der Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes zu sorgen.

Die Deutsche Bahn AG sollte einen neutralen Treuhänder einsetzen, der unvoreingenommen prüft, welche Gewerkschaft im jeweiligen Betrieb die meisten Mitglieder organisiert, hieß es am Montag von Seiten der EVG. „Da, wo in einzelnen Betrieben die Mehrheitsverhältnisse strittig sind, kann eine Klärung nur in einem transparenten und jederzeit nachvollziehbaren Prozess erfolgen“, teilte die größere der beiden Bahngewerkschaften mit.


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In einem unternehmensinternen Schreiben hatte der DB-Konzern am Freitag angekündigt, dass das seit Januar geltende Tarifeinheitsgesetz künftig bei den Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn angewendet werden soll. Namentlich genannt werden dabei die Unternehmen DB Cargo, DB Fernverkehr, DB Regio, DB RegioNetz Verkehrs GmbH, DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee (Bereich Schiene), S-Bahn Berlin und S-Bahn Hamburg.

Bundesweit beschäftigt die Deutsche Bahn rund 200.000 Mitarbeitende in insgesamt 300 Betrieben. In den meisten ist die EVG am stärksten. In etwa 60 Betrieben gibt es aber Überschneidungen mit der konkurrierenden GDL, in der vor allem Lokführer und Zugbegleiter organisiert sind.


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Kommt das Tarifeinheitsgesetz in einem Betrieb zur Anwendung, so gilt dort nur noch der Tarifvertrag, der mit der mitgliederstärkeren Gewerkschaft ausgehandelt wurde. Bislang galten in den Betrieben die Tarifverträge der beiden Gewerkschaften mit Sonderregeln für die jeweiligen Berufsgruppen. „In den wenigen Betrieben, in denen unsere Tarifverträge dann verdrängt werden, kämpfen wir gemeinsam darum, die Mehrheitsverhältnisse wieder zu drehen“, so die EVG weiter.