Bayern will autonomen Zugbetrieb auf Nebenstrecke realisieren

| Foto: Agilis |


Das bayerische Verkehrsministerium will den autonomen Zugbetrieb in den kommenden Jahren auf einer Nebenstrecke im Freistaat erproben.

Für eine Vorstudie zur Grundlagenermittlung mit dem Titel „BahnAutonom Bayern 2029 – Automatisiertes Bahnfahren auf Nebenstrecken im ländlichen Raum“ hat das Ministerium jetzt 11.400 Euro frei gegeben. Weitere 19.000 Euro steuert die Stiftung „Innovation und Zukunft“ bei. Als Testgebiet wurde die Bahnstrecke zwischen Forchheim und Ebermannstadt ausgewählt.


LESEN SIE AUCH

Am Projekt beteiligt sind neben dem Regensburger Eisenbahnverkehrsunternehmen Agilis, das auf der Strecke im oberfränkischen Landkreis Forchheim derzeit den Nahverkehr erbringt, auch der Schweizer Zughersteller Stadler sowie weitere Forschungsinstitutionen aus dem Bahntechnikumfeld. „Wir wollen mit unserer Förderung einen Beitrag leisten, dass die Schiene und der ländliche Raum von diesem Potenzial maßgeblich partizipieren kann und Bayern hierbei eine Pionierrolle einnimmt“, sagt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).

Im Rahmen der Vorstudie sollen die einzelnen Aufgabenstellungen und Etappenziele detailliert definiert und untersucht, weitere Industrie- und Projektpartner gewonnen sowie mögliche Umsetzungshindernisse identifiziert und beseitigt werden. Die Ergebnisse der Vorstudie sollen voraussichtlich im Sommer dieses Jahres vorliegen.


LESEN SIE AUCH

Ziel des Projektes ist es, das künftige technische, wirtschaftliche und angebotsmäßige Potenzial des digitalisierten Bahnverkehrs aufzuzeigen und zu entfalten, erklärt das Projektteam Andreas Vogler und Robert Künzler. „Mit fahrzeugseitiger Ausrüstung soll ein kostengünstiger und hochautomatisierter Betrieb auf Nebenbahnen zum Vorteil des Betreibers, der Fahrgäste und der öffentlichen Hand verwirklicht werden. Das geplante durch Personal begleitete, autonom fahrende Demonstrator-Schienenfahrzeug soll in der Öffentlichkeit Vertrauen in den digitalen Schienenverkehr aufbauen und so die Weichen zu einem deutlich attraktiveren, umwelt- und ressourcenschonenden SPNV im ländlichen Raum stellen“, heißt es von Seiten der Projektverantwortlichen.