Zoff um Tarifeinheitsgesetz – Deutsche Bahn kritisiert Blockade-Haltung der GDL


Die Deutsche Bahn wirft der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) eine beispiellose Blockadehaltung vor.

DB-Personalvorstand Martin Seiler kritisiert, dass sich die Lokführergewerkschaft weigert, in einem notariellen Verfahren ihre Mitgliederstärke feststellen zu lassen. Die DB hatte beide Gewerkschaften zu diesem gesetzlich anerkannten Verfahren aufgerufen, um über einen unabhängigen Notar transparent und fair die Mehrheitsverhältnisse in ihren Wahlbetrieben zu bestimmen. Für Berufsgruppen, für die sowohl die GDL als auch die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Tarifverträge abgeschlossen haben, findet künftig nur noch der Tarifvertrag jener Gewerkschaft, die im jeweiligen Betrieb der DB die meisten Mitglieder hat, Anwendung. Ursache dafür ist das Tarifeinheitsgesetz (TEG), das seit Anfang des Jahres bei der DB gilt.


LESEN SIE AUCH

Die Gewerkschaften waren nach Angaben der Bahn aufgerufen, dem notariellen Verfahren bis zum 22. Februar zuzustimmen. Die GDL hat jedoch abgelehnt, ihre Mitgliederliste gegenüber einem Notar offenzulegen. Das bestätigte die Gewerkschaft auch auf ihrer Internetseite.

Das TEG wurde 2015 beschlossen, um Tarifkollisionen in einem Betrieb aufzulösen. Davon sind bei der Bahn diejenigen Berufsgruppen betroffen, für die sowohl die EVG als auch die GDL Tarifverträge verhandeln. Insgesamt hat dies Auswirkungen auf 71 der rund 300 Betriebe des Konzerns.


| Foto: DB AG |