Fahrgastverband und Verbraucherschützer kritisieren Fahrpreispolitik der Deutschen Bahn

Nach Ansicht des Fahrgastverbands Pro Bahn und des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) hat die Deutsche Bahn mit dem sogenannten differenzierten Flexpreis ihre Preise versteckt erhöht. Der Normalpreis liege laut Berechnungen der beiden Verbände je nach Wochentag bis zu 14 Prozent unter oder bis zu 17 Prozent über dem üblichen Tarif. Freitags und sonntags seien die Preise höher, nur samstags niedriger. „Damit werden insbesondere Fern- und Wochenend­pendler zur Kasse gebeten“, kritisierten die Verbände.

Die Deutsche Bahn wies den Vorwurf einer versteckten Preiserhöhung laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zurück. Die Flexpreise seien langfristig in der Fahrplanauskunft hinterlegt und für die Kunden einsehbar. Außerdem seien die Fahrpreise im Fernverkehr seit 2015 durchschnittlich um 12 Prozent gesunken, heißt es. Dazu trugen neben der Mehrwertsteuer­senkung für Bahntickets von 19 auf 7 Prozent seit Januar 2020 auch Sparpreise und Super-Sparpreise bei. Die Bahn versucht auf ausgewählten Strecken Kunden über den Preis in weniger ausgelastete Züge zu lenken. An nachfragestarken Tagen macht sie den Flexpreis etwas teurer und setzt etwas weniger an, wenn wenige Kunden buchen. Vorbild dafür sind Fluggesellschaften.

| Foto: EVN |