Bahnvorstand drängt Lokführer zu schnellen Verhandlungen


Der Vorstand der Deutschen Bahn wirft der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Hinhaltetaktik im Tarifkonflikt vor und fordert die GDL auf, schnell an den Verhandlungs­tisch zu kommen.

„Wir haben die GDL jüngst zum Verhandlungsauftakt am 12. März aufgefordert und weitere Terminvorschläge gemacht“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler dem Redaktions­netzwerk Deutschland. „Letztlich können wir jeden Termin im März realisieren“, betonte er. Die GDL habe immerhin angekündigt, bis zum Ende der Woche ihre Forderungen zu formulieren. „Das ist überfällig. Niemand hätte Verständnis für Streiks, denn zunächst müssen wir endlich verhandeln.“


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Die GDL hatte die Tarifverträge mit der Deutschen Bahn gekündigt, Ende Februar sind sie ausgelaufen. Einen Verhandlungstermin gibt es bisher nicht. „Das bisherige Verhalten der GDL ist irritierend und nicht verantwortungsvoll“, sagte Seiler.

Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) handelte die Bahn bereits im vergangenen Jahr einen neuen Tarifvertrag aus, die GDL hatte sich an den Gesprächen jedoch nicht beteiligt. Ihr Vorsitzender Claus Weselsky will offenbar beweisen, dass er mehr herausholen kann, und kündigte bereits Forderungen an, die sich „gewaschen haben“. Seiler verweist dagegen auf die Belastungen durch die Corona-Krise: „Es geht jetzt darum, mit allen Beteiligten zu moderaten Tarifabschlüssen zu kommen“, sagte der Manager.


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„Wir stecken als Bahn in einer der größten wirtschaftlichen Krisen seit Bestehen.“ Der Konflikt wird verschärft durch die jahrzehntealte Rivalität der beiden Bahn-Gewerkschaften. Ein Grundlagenvertrag, der in den vergangenen Jahren etwas Ruhe gebracht hatte, ist Ende 2020 ausgelaufen. Nun ist der Streit wieder entbrannt, wer bei der Deutschen Bahn für wen gültige Tarifverträge abschließen darf.


| Titelfoto: EVN |