Güterbahnverband beklagt ungleiche Bedingungen im Wettbewerb


Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE), dass die Konkurrenten der Deutschen Bahn im Güterverkehr vertritt, fordert einen faireren Wettbewerb.

„Unser Hauptkonkurrent ist nicht die DB Cargo, sondern ganz klar der Straßengüterverkehr“, sagte NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger im Magazin Fairkehr des Verkehrsclubs Deutschland (VCD). Er beklagt darin unter anderem die Ungerechtigkeit, dass Züge Trassen­entgelte für die Schienennutzung zahlen müssten, während Lkw-Spediteure nur auf sechs Prozent des deutschen Straßennetzes eine Maut entrichten. Ähnlich ungerecht sei das kostenpflichtige Abstellen von Güterzügen, während Lastwagen kostenfrei auf Raststätten parkten. Das Netzwerk bemängelt zudem die geplante Eigenkapitalerhöhung für die Deutsche Bahn, die die EU derzeit rechtlich prüft. „Der Staat bevorzugt die DB bei den Hilfsangeboten, weil er als Eigentümer für die Verluste des DB-Konzerns aufkommen muss. Diese Verluste will die Politik natürlich verhindern“, so Westenberger.


Statt „Wettbewerbsverzerrung“ zu betreiben, „könnte der Bund die Bahnen auch vorüber­gehend von den Trassenpreisen befreien“, heißt es vom VCD. Das käme allen zugute und wurde von der EU ausdrücklich zur Krisenbewältigung vorgeschlagen.

Damit der Marktanteil von 19 auf 25 Prozent steigen kann, wie es der Bund bis 2030 erreichen will, müssten zudem Knotenpunkte im Bahnnetz ausgebaut und die Digitalisierung der Infrastruktur, der Loks und der Wagen weiter vorangebracht werden, fordert der Verkehrs­club. „Die Bundesregierung muss die Kapazitäten des Schienennetzes erhöhen. Dafür muss sie mindestens zwei Drittel der Mittel für den Neu- und Ausbau von Verkehrswegen in die Schienenwege stecken, statt Geld für neue Straßen auszugeben“, sagte die Bundes­vorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann.


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