Allianz pro Schiene und „Magistrale für Europa“ fordern raschen Ausbau der europäischen Schienenachsen


Einen raschen Ausbau europäischer Schienenachsen für internationale Schnell- und Nachtzüge fordern das Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene und die Initiative „Magistrale für Europa“.

„Das Ziel muss lauten, in der EU das klimafreundliche Reisen mit dem Zug nach und nach für alle Verbraucher zur ersten Wahl werden zu lassen“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, am Donnerstag. „Neue grenzüberschreitende Direkt­verbindungen, Hochgeschwindigkeitszüge und Nachtzugverkehre können innereuropäische Kurzstrecken­flüge langfristig ersetzen“, ergänzte Annika Hummel, Geschäftsführerin der Magistrale für Europa. Diese Initiative setzt sich seit 30 Jahren für eine durchgehende Hochgeschwindig­keits­trasse auf der Strecke von Paris nach Budapest/Bratislava über die Region Karlsruhe ein. „Ungleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen Bahn- und Flugverkehr sorgen jedoch weiterhin dafür, dass innereuropäische Flüge oftmals wesentlich günstiger als entsprechende Zugtickets sind“, kritisierte Hummel.

In einem Positionspapier formuliert die Allianz pro Schiene mehrere Forderungen, wie den Ausbau des grenzüberschreitenden Schienennetzes, inklusive einem Förderprogramm zur Elektrifizierung der Grenzübergänge, sowie einen deutlich faireren Wettbewerb zwischen Bahn und Flugzeug. Ungerecht sei hier noch immer die Benachteiligung der Zugkunden gegenüber Flugreisenden bei der Mehrwertsteuer für internationale Tickets. Außerdem sollte der Green Deal der EU-Kommission für eine Stärkung der Eisenbahn im Jahr der Schiene genutzt werden.

Die Allianz pro Schiene spricht sich zudem dafür aus, eine Mautpflicht auch für Lkw und Fernbusse einzuführen. Bis dies realisiert sei, sollte der Bund den EU-Rechtsrahmen ausschöpfen und die Schienenmaut in der Corona-Pandemie vorübergehend vollständig aussetzen, fordert der Verband weiter.


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