Deutsche Bahn und SNCF schlagen Ökolabel für klimafreundlichen Güterverkehr vor


Die beiden Güterbahn-Chefs Sigrid Nikutta, DB Cargo, und Frédéric Delorme, Rail Logistics Europe der SNCF, haben die Einführung eines Ökolabels für CO2-freie Transporte vorgeschlagen.

Beide zeigen sich überzeugt, dass Verbraucher mehr und mehr darauf schauen, wie ihre Produkte transportiert werden. Außerdem halten es Nikutta und Delorme für „überlegens­wert“, dass Verlader künftig verpflichtet werden könnten, die Schiene auf langen Strecken zu nutzen, schreibt das Handelsblatt. Sinnvoll wäre hier laut dem Bericht beispielsweise eine EU-Vorgabe, alle Lkw-Sattelauflieger so auszurüsten, dass sie auf Eisenbahnwaggons verladen werden können. Bislang seien das Schätzungen zufolge nicht einmal 20 Prozent der Last­wagen­anhänger. Um stärkere Anreize zu setzen, spricht sich Delorme darüber hinaus für eine besondere Ökosteuer von Langstreckentransporten auf der Straße aus. Zubringerfahrten zum Verladebahnhof sollten hingegen entlastet werden, meint der Franzose.

Nikutta und Delorme wollen vor allem den Verkehr mit Einzelwagen stärken. In Deutschland werden aktuell rund 18 Prozent der Güter auf der Schiene transportiert. Bis 2025 hat sich die Bundesregierung eine Steigerung des Anteils auf 25 Prozent vorgenommen. In Frankreich ist die Situation laut Delorme sogar deutlich schlechter. Dort werden gerade einmal neun Prozent der Waren per Güterzug transportiert – Ziel ist hier eine Verdoppelung des Marktanteils innerhalb von zehn Jahren.


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