Lokführergewerkschaft wirft Bahn-Führung „Selbstbedienungsmentalität“ vor


Ungeachtet der negativen Geschäftsbilanzen infolge der Corona-Pandemie und der milliardenschweren Verschuldung im Konzern sollen die Führungskräfte der Deutschen Bahn für das vergangene Jahr „einen deutlichen Anteil ihrer variablen Entgeltbestand­teile in Höhe von 64 Prozent“ erhalten haben.

Darüber empörte sich die Lokführergewerkschaft GDL am Dienstag in einer Mitteilung. Allein der Konzernvorstand mit seinen sieben Mitgliedern hätte 2020 auf die Boni verzichtet – nicht aber die mehr als 3.500 Führungskräfte des Unternehmens. Die Gesamtsumme soll mehrere „Millionen“ Euro ausgemacht haben, während das direkte Personal „den Gürtel enger schnallen“ müsse, schreibt die GDL.


Die Gewerkschaft fordert einen Verzicht auf Boni für alle Führungskräfte bis 2024. „Nur dadurch wird diese Selbstbedienungsmentalität auch tatsächlich unterbunden“, betonte GDL-Chef Claus Weselsky. Die Lokführergewerkschaft fordert im aktuellen Tarifstreit 4,8 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie von 1.300 Euro für fast alle Beschäftigten.


| Titelfoto: EVN |