Deutsche Umwelthilfe fürchtet steigende Stickstoffdioxidwerte nach Lockdown


Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) befürchtet, dass die Stickstoffdioxid-Belastung in den Städten nach Ende des Lockdowns wieder zunimmt.

„Wir befürchten, dass die Belastung mit dem Dieselabgasgift Stickstoffdioxid wieder deutlich ansteigt, wenn die Menschen mit Ende des Lockdowns wieder mobiler sind, aber versuchen Bus und Bahn zu meiden und stattdessen ins Auto steigen“, sagte Jürgen Resch, Geschäfts­führer der Deutschen Umwelthilfe der Rheinischen Post. Die Städte müssten jetzt die Rahmenbedingungen richtig setzen und innerhalb weniger Wochen die Radverkehrs­infrastruktur erheblich ausbauen und verbessern, damit die Menschen mit Beginn des Frühlings das Fahrrad statt des Autos nutzten.

Mit Blick auf den Bericht zur Luftqualität, den NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Freitag vorlegte, sagte Resch: „Die Wirkung der Corona-Pandemie war jedoch deutlich stärker, als durch die Landesregierung angenommen.“ Das Landesamt für Umwelt betrachte ausschließlich die Auswirkung des ersten Lockdowns im März und April. Dies gehe an der Pandemie-Realität vorbei, die ganzjährig und vor allem wieder im November und Dezember durch deutlich niedrigere Verkehrsmengen gekennzeichnet gewesen sei.

NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) hatte am Freitag einen Bericht vorgelegt, wonach im vergangenen Jahr alle Grenzwerte für saubere Luft in NRW erstmals eingehalten wurden. Den Corona-Einfluss darauf hatte sie als gering bezeichnet. Resch sieht in der verbesserten Luftqualität gleichzeitig einen Erfolg der DUH-Klagen: „Es ist erfreulich zu sehen, dass unsere Klagen auf saubere Luft endlich Wirkung zeigen.“ In 13 Städten in NRW sei die Umsetzung einer Vielzahl an Maßnahmen vereinbart worden, die zu moderneren Fahrzeugflotten und attraktiveren Angeboten bei Bus und Bahn, Rad- und Fußverkehr geführt hätten. „Die einzige Stadt, in der unsere Klage für saubere Luft noch nicht entschieden ist – Düsseldorf – weist die höchste Luftschadstoffbelastung in ganz NRW auf“, so Resch.


| Titelfoto: Steinach / Imago |