DLR arbeitet an Zukunftstechnologien für den Schienenverkehr


Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am Donnerstag eine zweiwöchige Versuchsreihe mit verschiedenen Technologien, die den Zugverkehr sicherer und effizienter machen sollen, abgeschlossen.

Durchgeführt wurden dafür Messfahrten mit dem „Advanced TrainLab“ der Deutschen Bahn, einem speziellen Testzug, der als rollendes Labor mit Hochfrequenztechnik, Spezialantennen und Sensoren ausgestattet war. So wurden im Rahmen des Projekts „V2X-DuRail“ (Vehicle-to-Everything-Funk für digitale, urbane Zugkommunikation) Funksysteme insbesondere im Frequenzband bei fünf Gigahertz untersucht, um damit eine sichere Kommunikation zwischen Zügen und auch kreuzenden Straßenverkehrsteilnehmern zu ermöglichen. Um die Positionsbestimmung von Zügen in Zukunft besser zu ermöglichen, arbeitet das Projektteam von „IMPACT“ (Intelligent Magnetic Positioning for Avoiding Collisions of Trains) daran, dort wo die Satellitennavigation an ihre Grenzen stößt, Magnetfelder zur Lokalisierung zu nutzen. Möglich sei dies, weil sich aus dem Erdmagnetfeld in Kombination mit der Schiene eine für jedes Gleis unverwechselbare „Magnetfeld-Signatur“ ergibt. Diese sei so einzigartig, ähnlich wie ein Fingerabdruck.

Neben dem Testzug setzte das Projektteam auch zwei Messautos und vier verschiedene Funksysteme ein. Die Koordination der Fahrmanöver wurde zusätzlich über das vom DLR entwickelte Railway Collision Avoidance System (RCAS) vorgenommen, einem Funksystem zur Vermeidung von Zugkollisionen.

Ein weiteres Themenfeld, an dem das DLR arbeitet, ist das virtuelle Kuppeln und Entkuppeln von Zügen auch während der Fahrt. Statt durch eine mechanische Verbindung würden die einzelnen Wagen oder Zugteile eines Zugverbands dann nur elektronisch zusammenhängen, was ein „dynamisches Flügeln“, gesteuert vom Führungsfahrzeug, ermöglichen würde.


| Titelfoto: DLR |