Verkehrsministerium gegen Zerschlagung – Ferlemann: „Bahn funktioniert im Wesentlichen gut“


Der Bahnbeauftragte der Bundesregierung, Enak Ferlemann (CDU), hat sich aktuell im Bundesvorstand der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) klar gegen eine von den Grünen geforderte Zerschlagung des DB-Konzerns ausgesprochen.

„Wir sind der Meinung, dass unsere Art, in Deutschland Schienenverkehre zu betreiben, sehr erfolgreich ist“, sagte der CDU-Politiker trotz der dramatischen Verschuldungslage des Staats­konzerns. „Ich bin dagegen, etwas zu zerschlagen, was organisatorisch gut funktioniert, und die Bahn funktioniert im Wesentlichen gut.“

Ferlemann forderte allerdings eine stärkere Verantwortung des Bundes für die Infrastruktur ein. „Wer die Musik bezahlt, kann sie auch bestellen. Derzeit ist das Gewicht der DB hier zu groß, das des Bundes zu klein. In der Zusammenarbeit müssen wir schneller und besser werden.“ Außerdem zog der Staatssekretär ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl ein positives Fazit der Schienenpolitik der Großen Koalition. „Wir haben den Koalitionsvertrag, was die Schiene betrifft, gut abgearbeitet“, erklärte Ferlemann. Insbesondere dem im vorigen Jahr abgeschlossenen ‚Zukunftsbündnis Schiene‘ (ZBS) komme hier eine herausragende Bedeutung zu, sagte er. „Das ZBS ist die Blaupause für die Schienenpolitik der kommenden 25 Jahre. Wir stehen am Anfang des Jahrzehnts der Schiene.“

Die EVG begrüßt die Aussagen Ferlemanns. „Diese eindeutigen Bekenntnisse seitens des Bundesverkehrsministeriums zum integrierten Konzern sind richtig, wichtig und ein deutliches Signal“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Klaus-Dieter Hommel.


| Titelfoto: Rüdiger Wölk / Imago |