Deutsche Bahn: Verlust im Corona-Jahr 2020 offenbar höher als befürchtet


Weil die Deutsche Bahn ihren Zugverkehr – auch auf Wunsch der Bundesregierung – trotz der fehlenden Nachfrage im Corona-Jahr 2020 weitestgehend aufrechterhalten hat, fallen die Verluste offenbar höher aus, als zunächst befürchtet.

Einem Medienbericht zufolge soll der Staatskonzern im vergangenen Jahr unter dem Strich rund 5,7 Milliarden Euro verloren haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf zwei nicht näher genannte Konzernvertreter.

Gut vier Milliarden Euro der Verluste seien demnach auf die Corona-Krise zurückzuführen. Entsprechend stiegen die Schulden des Staatskonzerns weiter an: Ende 2020 beliefen sie sich auf über 29 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatten sie noch 24 Milliarden betragen. Damals konnte die Bahn noch einen Nettogewinn von fast 700 Millionen Euro ausweisen. Eine Bahnsprecherin wollte sich dem Bericht zufolge nicht zu den Zahlen äußern und verwies auf die Bilanzpressekonferenz in der kommenden Woche.


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Infolge der Corona-Pandemie waren die Fahrgasteinnahmen dramatisch eingebrochen. Laut der Reuters-Meldung wurden die Fernverkehrszüge im letzten Jahr nur von 81 Millionen Menschen genutzt. 2019 waren es mit gut 150 Millionen fast doppelt so viele. Auch im Nah­verkehr gingen die Passagierzahlen um fast 40 Prozent zurück. Da sich die internationale Spedition DB Schenker und auch die Güterbahn DB Cargo vergleichsweise robust gezeigt habe, sei der Umsatz nur um rund zehn Prozent auf etwas unter 40 Milliarden Euro gesunken, sagten die Insider.


| Titelfoto: Christian Spicker / Imago |