Zehn Prozent mehr Fixgehalt – EVG will Lohnsteigerung bei Bahnvorstand verhindern


Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat angekündigt, die offenbar für 2023 geplante Lohnerhöhung von drei Bahn-Managern verhindern zu wollen.

„Eine solche Gehaltssteigerung in heutigen Zeiten, angesichts der Pandemie, angesichts der schlechten wirtschaftlichen Bilanz des DB Konzerns geht gar nicht. Auch wenn sie bereits seit langem vertraglich zugesagt ist“, teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Zuvor war durch einen Bericht des Nachrichtenmagazins Spiegel bekannt geworden, dass die Bahnvorstände Richard Lutz (Vorsitzender), Ronald Pofalla (Infrastruktur) und Berthold Huber (Personen­verkehr) ab 2023 zehn Prozent mehr Gehalt bekommen sollen.


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Damit würde das Fixgehalt von Bahnchef Lutz im Zuge seiner Vertragsverlängerung dann von heute 900.000 Euro auf künftig 990.000 Euro steigen. Bei Huber und Pofalla sei eine feste Vergütung von 715.000 Euro, statt bisher 650.000 Euro vorgesehen. Über die Angelegenheit soll in der kommenden Woche im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn entschieden werden. Die EVG machte in ihrer Mitteilung deutlich, dass sie jede Vertragsverlängerung im Kontroll­gremium ablehnen werde, „wenn der Vorstand nicht auf diese Gehaltserhöhung verzichtet.“ Die EVG fordert „schlichtweg von den DB-Vorständen ein, dass sie die Zeichen der Zeit erkennen.“ Sollte das nicht passieren, seien „sie als DB-Vorstände nicht mehr tragbar“, so die Gewerkschaft weiter.


Für die Beschäftigten, die laut der EVG „tagtäglich ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise“ leisteten, wurde im vergangenen Jahr nur eine geringe Lohnsteigerung ab 2022 in Höhe des Inflationsausgleichs von maximal 1,5 Prozent vereinbart. Die konkurrierende Lokführer­gewerkschaft (GDL) fordert im aktuellen Tarifstreit mit der Bahn 4,8 Prozent mehr Gehalt und eine Corona-Prämie von 1.300 Euro. Diese Forderung bezeichnete der verschuldete Staatskonzern Anfang März als „völlig realitätsfern.“


| Titelfoto: Sven Simon / Imago |