EVG im Gespräch mit Grünen-Politiker Gastel – „Die Bahn ist kein Versuchsobjekt“


Auch wenn sich die Gewerkschaft EVG mit der Partei Bündnis90/Die Grünen in zahl­reichen Punkten über die bahnpolitische Zukunft einig ist – ein Streitthema bleiben die Pläne der Ökopartei zur Zerschlagung der Deutschen Bahn.

Auf der dritten Betriebsräte-Konferenz der EVA Akademie machte Klaus-Dieter Hommel, der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), am vergangenen Donnerstag deutlich, dass die Bahn „kein Versuchsobjekt“ sei. „Die Trennung von Netz und Betrieb ist keine Formalie. Dahinter steht eine Philosophie, und wer die verfolgt, muss an der EVG vorbei“, betonte er.


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Hommel kritisierte, dass das grüne Bahnkonzept aus seiner Sicht nur zu einem geringen Teil durch klare Maßnahmen hinterlegt sei. „Die Zerschlagung des DB-Konzerns würde Jobs vernichten und viel Unruhe bei den Beschäftigten auslösen“, sagte auch EVG-Vize Martin Burkert. „Der ganze Dienstleistungsbereich müsste ausgeschrieben werden. Deswegen ist es wichtig zu wissen, wie sich die Parteien dazu stellen.“

An der Konferenz nahm auch der bahnpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Matthias Gastel, teil. „Nur mit einer starken Bahn erreichen wir unsere Klimaziele und können die Mobilität der Menschen sichern“, sagte er. „Wir stehen für ein wachsendes Segment Schiene und sehen hier auch einen wachsenden und attraktiven Arbeitsmarkt.“

Obwohl sich beide Seiten nicht in allen Punkten einig sind, gebe es „große Schnittmengen“, um weiterhin im Gespräch zu bleiben, hieß es.


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Ein Thema war auch die Sicherheit in den Zügen und an Verkehrsstationen. Weil es immer wieder zu Angriffen auf Bahnbeschäftigte kommt, fordert die Gewerkschaft für die Zukunft die „generelle Doppelbesetzung“ von Zugbegleitern in Nahverkehrszügen und die regelmäßige Bestreifung mit Sicherheitspersonal – auch die Präsenz der Bundespolizei an den Bahnhöfen müsse steigen. Bezüglich der dann entstehenden Kosten seien hier die Aufgabenträger der Länder, die den Nahverkehr bestellen, gefragt, so die EVG.


| Titelfoto: DB AG / Volker Emersleben |