Bund und Länder appellieren zum Verzicht auf jegliche Reisen – Fünf Tage Stillstand über Ostern


Nach den Bund-Länder-Beratungen appellieren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder weiterhin eindringlich, auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten. Über Ostern soll das öffentliche Leben zudem fünf Tage lang ruhen.

Bund und Länder raten von allen Reisen ins Ausland ab, sagte Merkel. Aber auch auf Inlandsreisen sollte möglichst verzichtet werden. Für Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten gilt die Pflicht zur Eintragung in die digitale Einreiseanmeldung und eine zehntägige Quarantänepflicht, die mit einem negativen Test – frühestens am fünften Tag – vorzeitig beendet werden kann. „Dies gilt aufgrund der jetzt vielfach beschriebenen längeren Ansteckungsdauer durch Virusvarianten seit dem 8. März ausdrücklich nicht bei Rückreisen aus Virusvariantengebieten. Hier ist strikt eine Quarantäne von 14 Tagen einzuhalten“, heißt es im Beschlusspapier. Darüber hinaus sei bei der Rückreise aus Virusvariantengebieten „mit eingeschränkten Beförderungsmöglichkeiten zu rechnen“. Auch soll künftig „eine generelle Testpflicht vor Abflug zur Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland“ gelten.


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Außerdem haben sich Bund und Länder darauf verständigt, dass das öffentliche Leben über Ostern stark heruntergefahren wird. Der 1. und 3. April sollen „zusätzlich einmalig als Ruhetage definiert werden und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen sowie einem Ansammlungsverbot vom 1. bis 5. April“ belegt werden. Mit der „Erweiterten Ruhezeit zu Ostern“ gelte damit an fünf zusammenhängenden Tagen das Prinzip „WirBleibenZuHause“, heißt es im Papier. Private Zusammenkünfte sind in dieser Zeit im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit einem weiteren Haushalt möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt, Ansammlungen im öffentlichen Raum sollen „grundsätzlich untersagt“ werden. Ausschließlich der Lebensmitteleinzelhandel darf am Ostersamstag öffnen. Darüber hinaus sollen die schon beschlossenen Lockdown-Regeln bis zum 18. April verlängert werden, sie sehen ab bestimmten Inzidenzwerten härtere Maßnahmen vor.


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Von Möglichkeiten zu „kontaktlosen“ Urlaubsausflügen, wie sie beispielsweise von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gewünscht wurden – etwa in Ferienwohnungen oder Wohnmobilen, ist im Beschluss keine Rede. Eigene länderspezifische Regeln sind aber dennoch nicht ausgeschlossen. Wie Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sagte, habe sich das „Team Vorsicht“ durchgesetzt. Am 12. April wollen Bund und Länder erneut beraten.


Mit Material der dts Nachrichtenagentur | Titelfoto: IPON / Imago | aktualisiert am 23. März 2021, 04:15 Uhr