Güterbahnverband: „Bahnreform von 1994 braucht unabhängige Analyse“


Nach Ansicht des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE) sind die schlechten Ergebnisse des Geschäftsjahres 2020 und der Verlust von 5,7 Milliarden Euro im Staatskonzern Deutsche Bahn nicht allein auf die Corona-Krise zurückzuführen.

Politisches Desinteresse und die fehlenden Selbstheilungskräfte des Unternehmens würden die Rolle der Eisenbahn für die Verkehrswende insgesamt beschädigen, schrieb der Verband in einer Mitteilung. „Management und die Hausgewerkschaft EVG konzentrieren sich auf Besitzstandswahrung. Klimafreundlichkeit ist der zentrale politische Grund, auf die Eisenbahn zu setzen. Unabhängig von Corona mangelt es aber an Qualität und Effizienz“, sagte NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger. Die Regierung erkaufe sich derzeit politische Ruhe und Zeit mit Steuergeldern, die zu einem erheblichen Teil nicht-investiv eingesetzt würden. Der Geschäftsbericht zeige, „dass es höchste Eisenbahn für eine unabhängige Analyse der auf den Prellbock gefahrenen Bahnreform von 1994 ist.“

Laut dem Netzwerk habe der DB-Vorstand mit Billigung der Bundesregierung nach dem abgesagten Börsengang vor gut einem Jahrzehnt die Internationalisierungs- und Diversifizierungsstrategie von Hartmut Mehdorn fortgesetzt – allerdings ohne Fortune. Ökonomische Zeitbomben wie Stuttgart 21, der Arriva-Erwerb und weitere defizitäre Beteiligungen belasteten auch in Zukunft die Bilanz.


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