Deutsche Bahn fordert Lokführergewerkschaft zu Beginn der Tarifverhandlungen auf


Die Deutsche Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgefordert, endlich an den Verhandlungstisch zu kommen. Als Starttermin schlägt der Staatskonzern den kommenden Mittwoch vor.

„Es ist allerhöchste Zeit, dass die Lokführergewerkschaft mitten in der schwersten Krise Ver­ant­wortung übernimmt“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Die Deutsche Bahn will mit der GDL einen vergleichbaren Tarifabschluss wie mit der Eisenbahn- und Verkehrs­ge­werk­schaft (EVG) erzielen. Die Lokführergewerkschaft verlangt aber mit 4,8 Prozent mehr Gehalt und einer Corona-Prämie von 1.300 Euro deutlich mehr als die mit der EVG verein­barten 1,5 Prozent. Der DB-Konzern bezeichnete das Forderungspaket der GDL, das nach eigenen Angaben eine Kostensteigerung von mindestens 46 Prozent zur Folge hätte, bereits als „maßlos“ und „realitätsfern“.


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Um zu einer gemeinsamen Lösung zu kommen, schlägt die Deutsche Bahn vorsorglich ein Schlichtungsabkommen vor, für den Fall, dass die anstehenden Tarifverhandlungen zu keinem Ergebnis führen sollten. „Es geht darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Betriebsfrieden zu sichern. Deshalb wollen wir die Möglichkeit schaffen, den Konflikt notfalls im Rahmen einer Schlichtung zu lösen“, so Seiler.

Die bisherigen Tarifverträge zwischen dem DB-Konzern und der Lokführergewerkschaft waren Ende Februar ausgelaufen. Seither zögert die GDL den Beginn der Tarifrunde hinaus und fordert die Deutsche Bahn zuerst auf, auf die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes zu verzichten. Dies sei aber nur möglich, wenn sich alle Beteiligten darauf einigten – die EVG lehnt Gespräche dazu bislang ab.


| Titelfoto: DB AG / Volker Emersleben |