Sperrung der rechtsrheinischen Bahnstrecke – DB Netz hofft auf Wiederinbetriebnahme im April


Das Freiräumen der Bahnstrecke nach dem Felsrutsch bei Kestert im Mittelrheintal Mitte März dauert offenbar doch länger als zunächst von der Deutschen Bahn erhofft.

Bevor die rechtsrheinischen Gleise wieder freigegeben werden können, muss der Felshang stabilisiert und gesichert werden. Dies erfordere laut einer Bahnsprecherin nun doch mehr Aufwand und Zeit als ursprünglich angenommen. Erst wenn die Sicherheit es erlaube, werde man die Strecke wieder freigeben. „Wir gehen davon aus, den Betrieb noch im April wieder­aufzunehmen“, sagte Volker Hentschel, Vorstand Anlagen- und Instandhaltungs­management der DB Netz AG. Aktuell sei man „mit Hochdruck“ dabei, den Hang zu stabilisieren.

Geolo­gische Untersuchungen hätten ergeben, dass offenbar weitere 2.000 Kubikmeter loses Felsgestein abgelöst werden müssten. Dafür seien offenbar auch weitere Sprengungen am Hang notwendig, hieß es von Seiten der Bahn. Insgesamt liegen im Bereich der Bruchstelle bei Kestert bereits rund 15.000 Kubikmeter Felsgestein.


„Hier im Rheintal haben wir es vor allem mit Schieferfelsen sowie Ton-, Silt- und Sandsteinen zu tun. Diese geologischen Bedingungen erfordern bei allem, was wir tun besondere Sorgfalt und Expertise“, sagte der beratende Geologe Dr. Jürgen Matthesius. „Damit der Hang ober­halb der Gleise nicht noch mehr belastet wird, gehen wir extrem vorsichtig und iterativ vor. Das heißt, kein großer Knall, sondern mehrere kleine Sprengungen für den stabilen Hang. Das ist übrigens auch schonender für die Flora und Fauna.“

Die Bahnstrecke zwischen Loreley und Kamp-Bornhofen bleibt weiterhin bis auf Weiteres in beiden Richtungen gesperrt. Für den Nahverkehr der VIAS kommen ersatzweise Busse zum Einsatz. Der Güterverkehr im Mittelrheintal wird laut DB-Angaben zu einem Großteil links­rheinisch über Bingen umgeleitet. „Dafür hat die DB noch einmal zusätzlich Platz geschaffen. Durch eine verbesserte Disposition können seit Dienstag 20 Güterzüge mehr pro Richtung auf der linken Rheinstrecke fahren. Auch durch die Reduzierung des Nahverkehrs während einer Baumaßnahme profitiert der Güterverkehr“, teilte die Bahnsprecherin weiter mit.


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