60 Prozent mehr Beschwer­den nach Reise­stornierungen


Wie aus dem Jahresbericht der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) hervor geht, sind 2020 insgesamt 41.211 Beschwerden über Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn eingegangen. Das berichtet das Handelsblatt.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl um fast 60 Prozent. Damit hätten sich „so oft wie nie zuvor“ Reisende an die SÖP gewandt, heißt es in dem Bericht. Grund dafür sind Streitigkeiten wegen coronabedingter Reisestornierungen. Der Flugverkehr hat am Fallauf­kommen mit 84 Prozent den höchsten Anteil, bei 13 Prozent der Beschwerden ging es um die Deutsche Bahn.

Bei den Verbraucherzentralen sind von März 2020 bis Februar 2021 rund 137.000 Beschwerden und Anfragen mit Corona-Bezug eingegangen, allein 59 Prozent davon bezogen sich auf den Bereich „Reisen“. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg um mehr als zehn Prozent. „Die schlechte politische Führung und Kommunikation bei den Zwangs­gut­scheinen für ausgefallene Veranstaltungen oder abgesagte Reisen hat für viel Frust bei den Verbrauchern gesorgt“, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), Klaus Müller, dem Handelsblatt. Hunderttausende Kunden hätten monatelang auf die Erstattung ihrer Vorauszahlungen warten müssen.

Die Regeln und Aussagen der Politik zu Reisen wirkten oft „planlos, mitunter konfus“, kritisierte Müller. „Leidtragende sind Verbraucher, die dann immer wieder mit Stornierungs­problemen alleine gelassen werden.“ Weitere 17 Prozent der Verbraucherbeschwerden mit Corona-Bezug beziehen sich auf das Thema „Flugverkehr“.

Die Anzahl der Beschwerden in diesem Bereich hat sich laut VZBV im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verelffacht. Der Verband hat den Angaben zufolge seit April 2020 ein Dutzend Reiseveranstalter und Fluggesellschaften abgemahnt, weil sie ihre Kunden „auf unzulässige Weise“ davon abgehalten hätten, ihr Recht auf Erstattung des Reisepreises einzufordern.


Mit Material der dts Nachrichtenagentur | Titelfoto: Pixabay |