Taiwans Verkehrsminister bietet nach Zugunglück Rücktritt an


Nach dem schwersten Zugunglück seit Jahrzehnten in Taiwan hat Verkehrsminister Lin Chia-lung seinen Rücktritt angeboten. 

Er werde die politische Verantwortung für das Geschehen übernehmen, teilte Lin auf seiner Facebook-Seite mit. Sobald die Bergungsarbeiten abgeschlossen seien, wolle er von seinem Amt zurücktreten. Dies lehnte die Regierung in Taipeh jedoch ab. Lin solle im Amt bleiben, bis die Ermittlungen abgeschlossen seien, hieß es laut Medienberichten. Kritiker beklagten nach dem Unglück, dass Schutzplanken im Umfeld der Gleise gefehlt hätten.


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Der mutmaßliche Verursacher des Unglücks, ein 49-jähriger Baustellenmitarbeiter, bat unterdessen die Opfer und Hinterbliebenen unter Tränen um Entschuldigung. Nach Behördenangaben war das Unglück durch ein Baustellenfahrzeug ausgelöst worden, das eine Böschung hinabgerutscht und auf die Gleise gestürzt war. Kurz vor einer Tunneleinfahrt kollidierte dann ein vollbesetzter Expresszug mit dem Lastwagen und entgleiste. Mehr als 50 Menschen starben bei dem Unfall, etwa 200 weitere wurden verletzt. Die Ermittler prüfen nun, ob die Handbremse des Fahrzeugs nicht richtig angezogen war oder ein mechanisches Problem vorlag. 


| Titelfoto: ZUMA Wire / Imago |