Thüringer Eisenbahnunternehmen beantragt Betriebsgenehmigung für Steigerwaldbahn


Die Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE) hat beim Bayerischen Verkehrsministerium und bei der Regierung von Mittelfranken einen Antrag auf Betriebsgenehmigung der Unteren Steigerwaldbahn eingereicht.

Wie der Vorsitzende des Fördervereins Steigerwald-Express, Andreas Witte, laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) sagte, sei das Ziel, den Erhalt der Trasse Schweinfurt-Gerolzhofen-Großlangheim sicherzustellen. Auf dem letzten Teilstück zwischen Großlang­heim und Kitzingen liegen bereits keine Gleise mehr. Eine Entwidmung der noch bestehen­den Strecke dürfe nicht geschehen, wenn es Interessenten gibt, die darauf Bahnverkehr durchführen wollen, so Witte.

Nach einer Reaktivierung sah es zuletzt nicht aus: Eine Potenzialanalyse der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte vor wenigen Wochen ergeben, dass zu wenige Fahrgäste die 117 Jahre alte und 50 Kilometer lange Bahnstrecke nutzen würden.


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Der Förderverein hatte 2008 einen touristischen Verkehr auf der Strecke Schweinfurt-Gerolzhofen-Großlangheim durchgeführt. Damals hätten rund 1.700 Fahrgäste das Angebot genutzt. Die ThE würde sich als Eisenbahninfrastrukturunternehmen um die Sicherheit der Trasse mit ihren Gleisen und Bahnübergängen kümmern, berichtet der BR weiter. Als Eisen­bahnverkehrsunternehmen soll die Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) aus dem mittelfränkischen Hersbruck gewonnen werden. Vorstellbar sei ein Betrieb mit ehren­amtlich arbeitenden Lokführern und Schaffnern. Außerdem würde sich der Verein Steiger­wald-Express um die Pflege der Bahnsteige kümmern, Lokomotiven und Waggons leihen und die Trassengebühren tragen, hieß es. Eine Aufnahme des Bahnverkehrs wäre laut Witte bei Erteilung der Betriebsgenehmigung von Schweinfurt bis Gerolzhofen voraussichtlich bis 2023 denkbar, bis Großlangheim bis 2025.

Unverständnis kommt hingegen von den Gegnern der Reaktivierung. „Die neuesten Entwicklungen, eingeleitet durch den Antrag auf Betriebsgenehmigung der Thüringer Eisenbahn GmbH, haben nun eine neue Eskalationsstufe eingeläutet“, sagte Jörg Bergmann von der Bürgerinitiative aus Gerolzhofen.


| Titelfoto: Manfred Richter (Archiv) |