Bahn und Luftverkehr: 20 Prozent der innerdeutschen Flüge überflüssig machen


Die Deutsche Bahn und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) haben am Donnerstag in Berlin einen Aktionsplan vereinbart, mit dem mehr Inlands­reisende – insbesondere bei der Anreise zu Drehkreuzflughäfen – auf die klimafreund­liche Schiene umsteigen sollen.

Ziel ist es, durch die stärkere Vernetzung der beiden Verkehrsträger eine Absenkung der Treibhausgas-Emissionen im Verkehrssektor zu erreichen. Nach Ansicht von Luftverkehrs­wirtschaft und Bahn könnten sich so gut 20 Prozent der innerdeutsch Reisenden für die Schiene statt den Kurzstreckenflieger entscheiden. „Mit leistungsstarken attraktiven Angeboten und dem fortlaufenden Infrastrukturausbau wollen BDL und DB rund 4,3 Millionen Fluggäste für den Umstieg auf den Zug gewinnen“, teilten beide Seiten mit.


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Im Jahr 2019 hat die Luftverkehrsbranche rund 23 Millionen Reisende verzeichnet, davon 8 Millionen im Zubringerverkehr und 15 Millionen auf reinen Inlandsreisen. Im Ergebnis ließe sich der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs an den CO2-Emissionen in Deutschland um ein Sechstel reduzieren, hieß es. Vorgesehen sei ein wachsendes Angebot an Zubringerzügen zu internationalen Flügen, das leichtere Umsteigen zwischen Flug und Zug sowie schnellere Zugverbindungen zwischen den Metropolen.

Schon heute sind fünf Flughäfen mit dem Fern- und Nahverkehr (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Köln/Bonn und Leipzig/Halle) und weitere sieben Flughäfen mit dem Nahverkehr (Dresden, Friedrichshafen, Hamburg, Hannover, Lübeck, München und Stuttgart) verknüpft. Der Flughafen Stuttgart soll ab Dezember 2025 an den Fernverkehr angebunden werden. Ferner prüft der Freistaat Bayern in einer Machbarkeitsstudie Optionen für eine weiter­gehende Anbindung des Flughafens München. Diese wird vom BDL zur Stärkung der Intermodalität als erforderlich eingeschätzt.


| Titelfoto: Imago / Future Image |