Fahrgastverband begrüßt geplante Reduzierung der Inlandsflüge


Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Initiative der Deutschen Bahn und des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), Inlandsflüge künftig zu reduzieren.

„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, marktwirtschaftliche Mechanismen zu nutzen, um mehr Kunden aus der Luft auf die Schiene zu bekommen“, sagte der Ehrenvorsitzende von Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, der Neuen Osnabrücker Zeitung. Verbote von Inlandsflügen, wie sie in Frankreich auf den Weg gebracht würden, könnten „nur ein letztes Mittel“ sein.

„Wenn die Bahnfahrzeit die vier Stunden übersteigt, wird es zumindest für geschäftliche Reisen, wo es an einem Tag hin und zurück gehen soll, kritisch. Hier brauchen wir eine deutliche Beschleunigung des Ausbaus des Netzes für schnelle Züge im Rahmen des Deutschlandtakts“, forderte Naumann in der Zeitung. Wo möglich, sollten schon heute schnelle Sprinterzüge eingesetzt werden, wie zum Beispiel zwischen Berlin und München. „Wir begrüßen hier auch das Projekt von Lufthansa und DB , den Flughafen Frankfurt mit schnellen Sprinterzügen als Zubringer zu internationalen Flügen anzubinden und auch das Einchecken für den Flug für die Bahnreisenden besonders einfach und schnell zu gestalten“, sagte Naumann.


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Als einen weiteren wichtigen Baustein zur Reduzierung von Inlandsflügen auf längeren Strecken in Deutschland wie auch in die unmittelbaren Nachbarländer sieht Pro Bahn den Ausbau des Nachtzugverkehrs. „Wenn der Nachtzugverkehr sowohl komfortable wie preiswerte Möglichkeiten anbietet, ist er eine echte Alternative zum Fliegen“, betonte Naumann. Hier brauche es „Komfort-Schlafwagenabteile mit Dusche, WC und einem anständigen Frühstück, ordentliche Liegewagen und preiswerte Schlafsessel“.

Bahn und Luftverkehrswirtschaft sehen das Potenzial, dass sich künftig 20 Prozent der innerdeutsch Reisenden für die Schiene statt den Kurzstreckenflieger entscheiden könnten. Erreicht werden soll dieses Ziel durch ein wachsendes Angebot an Zubringerzügen zu internationalen Flügen, leichteres Umsteigen zwischen Flug und Zug sowie schnellere Zugverbindungen zwischen den Metropolen. Ein entsprechender Aktionsplan wurde am Donnerstag in Berlin vereinbart.


| Titelfoto: DB AG / Oliver Lang / Pro Bahn | aktualisiert am 15. April 2021, 21.45 Uhr