Einsatz von Glyphosat im Schienennetz um die Hälfte reduziert


Die Deutsche Bahn hat nach Angaben der Bundesregierung das Ziel, den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat „um die Hälfte“ gegenüber 2018 zu reduzieren, bereits im vergangenen Jahr erreicht.

Das geht aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der AfD-Fraktion hervor. Im Integrierten Bericht des Bahnkonzerns heißt es dazu: „2020 lag die Ausbringungsmenge von Herbiziden in unseren Gleisen insgesamt bei 1,3 t. Bei einer Gleislänge von rund 61.000 km wurden rund 4 Prozent der Gleise behandelt. Die ausgebrachte Menge entspricht rund 0,5 kg je km.“ Mit Flazasulfuron, Flumioxazin und Glyphosat seien bei der Behandlung ausschließlich Wirkstoffe zum Einsatz gekommen, die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebens­mittelsicherheit (BVL) speziell für den Gleisbereich zugelassen seien.

Ermöglicht wurde die Reduzierung laut der Bundesregierung unter anderem durch die präzisere und geringere Ausbringung von Glyphosat in den genehmigten Strecken­abschnitten mit Hilfe von modernen Kamerasystemen zur Pflanzenerkennung. Außerdem setze die Bahn ergänzend zur chemischen Vegetationspflege verstärkt auf mechanisch-manuelle Verfahren wie das Mähen, um den Gleisbereich mit den Randwegen von Bewuchs freizuhalten.

Bis Ende 2022 will das Unternehmen auf die Anwendung von Glyphosat verzichten. Dazu würden derzeit alternative Verfahren auf Basis des Einsatzes von Heißwasser, elektrischem Strom und UV-C-Licht sowie eine technologische Weiterentwicklung von mechanischen Methoden erprobt. Auch die Verwendung von sogenannten Bioherbiziden werde geprüft.


| Titelfoto: Pixabay | aktualisiert am 16. April 2021, 21:05 Uhr