GDL und Deutsche Bahn starten Tarifverhandlungen


Am heutigen Freitag beginnen in Berlin die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Die Bahn will mit der Lokführergewerkschaft ein solidarisches Tarifpaket vereinbaren, um die Corona-Schäden gemeinsam zu bewältigen – ähnlich wie bereits im vergangenen Jahr mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

„Wir hoffen, dass auch die Lokführergewerkschaft in diesen schweren Zeiten die Bereitschaft zeigt, über vernünftige und bezahlbare Lösungen zu verhandeln. Im Interesse der Reisenden und der Beschäftigten müssen wir gemeinsam ausgewogene Vereinbarungen finden“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler vor dem Auftakt der Tarifrunde.


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Bereits vor einigen Wochen legte die GDL 58 Einzelforderungen vor. Darin enthalten sind eine Lohnsteigerung von 4,8 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 1.300 Euro – aber auch andere Bedingungen, die laut Berechnungen der Bahn die Personalkosten bis 2024 „um über 46 Prozent und mehr als 3 Milliarden Euro erhöhen“ würden. Die Bahn hatte diese Forderungen bereits als „maßlos und realitätsfern“ zurückgewiesen. „Solche Forderungen sind schon in Zeiten eines Booms unmöglich umzusetzen“, stellte Seiler klar. Aktuell gehe es darum, die Krise zu meistern. „Am Verhandlungstisch wird sich zeigen, ob die GDL ihrer Verantwortung in der Krise gerecht wird“, so der Personalchef.

Die Bahn betonte, dass die Existenz der Lokführergewerkschaft nicht in Frage stehe. Die GDL sieht sich nach eigenen Angaben durch die Anwendung des Tarifeinheitsgesetzes bedroht, wie die Gewerkschaft in der Vergangenheit erklärte. Die GDL ist und bleibe neben der EVG ein Tarifpartner der DB, versicherte der Staatskonzern. Begleitend zur Tarifrunde bot die Bahn der GDL bereits den Abschluss eines Schlichtungsabkommens an.


| Titelfoto: DB AG |