Tarifstreit zwischen Bahn und GDL – Erster Verhandlungstag nach fünf Stunden beendet


In Berlin haben am Freitag die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begonnen. Der Auftakt dauerte rund fünf Stunden.

Am ersten Tag der Tarifverhandlungen ging es in erster Linie darum, das umfassende Forderungspaket der GDL Punkt für Punkt durchzugehen, teilte eine Bahnsprecherin am Freitagnachmittag mit. Die GDL-Vertreter erläuterten Themen wie Arbeitszeit, Entgelt oder Corona-spezifische Forderungen. Die Bahn kritisierte erneut den Umfang der Forderungen, „die jeglichen Rahmen sprengen.“ Die Gewerkschaft verlangt unter anderem 4,8 Prozent mehr Lohn und eine Corona-Prämie von 1.300 Euro.


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„Wir haben in konstruktiver Atmosphäre zunächst die zahlreichen Forderungen der GDL besprochen“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Nun wolle man den Auftakt intensiv bewerten. In der nächsten Runde, die für den 28. April verabredet ist, will die Bahn der Lokführergewerkschaft Lösungsvorschläge unterbreiten. Ziel sei es, „im Interesse von Reisenden und Beschäftigten zügig ein Gesamtpaket zu schnüren, das in die aktuelle Zeit hoher Corona-Schäden passt“, hieß es von Seiten der Bahn weiter.

Seiler betonte erneut, dass die Existenz der GDL nicht in Frage stehe. Die DB sei nach wie vor an einer Koexistenz von beiden im Konzern vertretenen Gewerkschaften interessiert. „Es geht mitnichten darum, die GDL nicht als Verhandlungspartner anzuerkennen. Sie ist einer unserer Tarifpartner und sie wird es auch bleiben“, so der Personalchef. Ein von der Bahn vorgeschlagenes Schlichtungsabkommen lehnte die Gewerkschaft erneut ab.


| Titelfoto: EVN |