Wettbewerbsbahnen kritisieren Bevorzugung der Deutschen Bahn


Der Interessenverband Mofair, der die privaten Wettbewerber im Schienenpersonen­verkehr vertritt, hat erneut die einseitige Bevorzugung der Deutschen Bahn AG durch die Bundesregierung kritisiert.

Die im Verband organisierten DB-Konkurrenten fordern die Bundespolitik dringend auf, umzusteuern und die Corona-Schäden für alle Unternehmen durch übergreifende Hilfsprogramme auszugleichen. Ein Streitpunkt ist die geplante, aber weiterhin durch die EU-Kommission nicht genehmigte Eigenkapitalerhöhung für den Staatskonzern in Höhe von fünf Milliarden Euro durch den Bund.

Außerdem müsse der Rettungsschirm für den gemeinwirtschaftlichen Öffentlichen Verkehr aus dem vergangenen Jahr auch 2021 fortgesetzt werden. Ebenso sollten neue Maßnahmen wie etwa die Reduzierung der Trassenentgelte für den bisher gar nicht unterstützten eigenwirtschaftlichen Fernverkehr in Betracht gezogen werden, so die Wettbewerber.


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Die Novelle des Eisenbahnregulierungsgesetzes, die gerade im Bundestag beraten wird, bezeichneten die Mofair-Mitglieder als „absolut ungenügend“. Entscheidende bahnpolitische Fragen würden weiterhin nicht angegangen, kritisierten sie. Der Verband fordert daher von der Politik nach der Bundestagswahl eine grundlegende Reform des Bahnsektors, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Geführt wird der Verband künftig von Tobias Heinemann, Sprecher der Geschäftsführung der Transdev GmbH. Er wurde am Donnerstag zum neuen Vorsitzenden gewählt.


| Titelfoto: Pixabay / Andre Sudholt |