DHL plant Ausbau von Pakettransporten auf der Schiene


Der Versanddienstleister Deutsche Post DHL will mittelfristig sechs und langfristig 20 Prozent der Pakete auf dem Schienenweg transportieren. Das teilte das Unternehmen  am Donnerstag mit.

Bisher werden nur zwei Prozent der DHL-Pakete in Deutschland den Großteil ihrer Strecke in Güterzügen befördert. Grund dafür ist, dass der Schienengüterverkehr für die Paketbranche bislang wenig attraktiv ist, vor allem weil die Züge sehr früh gebucht werden müssten und ihr Einsatz nicht so flexibel wie der von Lastwagen sei. Aus Sicht von Post-Vorstand Tobias Meyer würden sich Güterzüge vor allem zum Transport am Wochenende eignen, da am Sonntag keine Pakete ausgeliefert werden – der Logistiker hat also von Samstag bis Montagmorgen Zeit bis zur Auslieferung.

DHL wolle mit dem Schritt klimafreundlicher werden, „auch wenn es ein Stück weit schwieriger und aufwendiger in der Abstimmung ist“, betonte Meyer laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur. Als Transportunternehmen nutzt die Post die Güterverkehrs­tochter der Deutschen Bahn. DB Cargo fährt Pakete unter anderem auf den Strecken Hamburg–München, Hamburg–Stuttgart und Berlin–Frankfurt. Künftig wären Paketzüge aber auch zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet vorstellbar. Ein Vorteil der Schiene sei, dass ein Güterzug mit rund 100.000 Paketen 35 Lastwagen ersetze. Allerdings, so macht Meyer deutlich, müsste das Angebot besser werden. Die Chefin der DB-Güterbahn, Sigrid Nikutta, begrüßte die Pläne des Versanddienstleisters und verwies darauf, dass man ohnehin schon kooperiere. DB Cargo arbeite mit Hochdruck an weiteren Transportlösungen und an der Digitalisierung der gesamten Transportkette, sagte Nikutta.

Die DHL-Konkurrenten Hermes und DPD schicken ihre Pakete hingegen nicht auf die Schiene. Die Bahn sei zu unflexibel, ließ DPD wissen. Das hätte beispielsweise ein Pilotprojekt des Unternehmens vor etwa zehn Jahren gezeigt. Damals wurde der Paketversand mit Zügen unter anderem auf der Strecke Bremen–Nürnberg ausprobiert.


| Titelfoto: Imago / Future Image | aktualisiert am 22. April 2021, 23:23 Uhr