Bürgerinitiativen protestieren mit „Lärmwelle“ gegen neue Strecke für Brenner-Nordzulauf


Bürgerinitiativen haben am gestrigen Samstag mit einer „Lärmwelle“ gegen den geplanten Neubau einer zweigleisigen Bahntrasse durch das bayerische Inntal protestiert.

Mit Töpfen, Trillerpfeifen, Trompeten, Kuhglocken und anderen Gegenständen wollten die Anwohner einen Vorgeschmack auf den Krach künftig durch die Landschaft rollender Güterzüge geben. Laut den Zahlen der Organisatoren sollen sich bis zu 5.000 Menschen an dem Protest entlang der geplanten Strecke von Ostermünchen nach Oberaudorf beteiligt haben. Die Polizei sprach hingegen von gut 2.500 Teilnehmern.

Die Deutsche Bahn hatte Mitte April den 54 Kilometer langen Trassenverlauf der neuen Gleise für den sogenannten Brenner-Nordzulauf östlich an Rosenheim vorbei bekanntgegeben. Die geplante Neubaustrecke hat einen Tunnelanteil von rund 60 Prozent und ist damit die aufwendigste der zuletzt vier Varianten.


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Mit dem Nordzulauf zum künftigen Brenner-Basistunnel, an dem in Italien und Österreich gebaut wird, sollen ab etwa 2030 mehr Güter auf die Schiene kommen. Gegner des Projekts auf deutscher Seite kritisieren unter anderem die enormen Kosten, gravierende Eingriffe in die Landschaft und hohe Belastungen für Mensch und Natur. Sie favorisieren einen Ausbau mit Modernisierung der bestehenden Gleise.


| Titelfoto: BI Kolbermoor |