Tarifstreit: Deutsche Bahn und GDL treffen sich zur zweiten Verhandlungsrunde


Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) gehen am Mittwoch in die zweite Verhandlungsrunde.

In erster Linie werde es dann um die aktuelle wirtschaftliche Lage des Konzerns, die finanziellen Auswirkungen der Forderungen und mögliche Schritte zu einer Lösung gehen, teilte eine Bahnsprecherin am Dienstag mit.

Die GDL geht davon aus, dass die Bahn der Lokführergewerkschaft ein erstes Angebot unterbreiten wird. Mit einem 1,5-prozentigen Tarifabschluss, wie er im vergangenen Jahr mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vereinbart wurde, wird sich der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky aber nicht zufriedengeben. Das hatte er in der Vergangenheit bereits mehrfach betont. Auch Streiks schloss der GDL-Chef nicht aus.


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Weselsky bemängelt, dass den Eisenbahnern ständig eingeredet werde, den Gürtel wegen der Corona-Schäden enger zu schnallen, gleichzeitig aber an Führungskräfte Boni in Millionenhöhe ausgezahlt würden – ermöglicht vom Spitzenmanagement des DB-Konzerns. Ein „jahrzehntelanges Missmanagement mit weltweiten Einkaufstouren und Vernachlässigung der Schiene in Deutschland“ hätten zum Defizit geführt – und das schon vor Corona. „Die Eisenbahner, die den Verkehr auf der Schiene rund um die Uhr auch in Corona-Zeiten aufrechterhalten haben und dies immer noch tun, verdienen einen guten Tarifabschluss.“

Im Konflikt mit der GDL betonte DB-Personalvorstand Martin Seiler, dass die Interessen der Beschäftigten im Vordergrund stehen müssten „und nicht Organisationsinteressen einer Gewerkschaftsspitze.“


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Im aktuellen Tarifstreit fordert die GDL für das gesamte direkte Personal einen Eisenbahn-Flächentarifvertrag mit einer Entgelterhöhung um 4,8 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 1.300 Euro. Der künftige Tarifvertrag soll nach dem Willen der Gewerkschaft neben dem Zugpersonal auch für die Arbeitnehmer der Fahrzeuginstandhaltung, des Netzbetriebs und für die Fahrweginstandhaltung gelten.


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