Zweite Verhandlungsrunde beendet – Bahn und GDL vereinbaren Sondierungen


Die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben sich am Mittwoch zur zweiten Verhandlungsrunde im aktuellen Tarifstreit getroffen.

Wie eine Bahnsprecherin sagte, seien dabei die wirtschaftliche Lage des DB-Konzerns und die Auswirkungen der GDL-Forderungen erörtert worden. Im Rahmen des Treffens, das rund sechs Stunden dauerte, habe DB-Finanzvorstand Levin Holle die Situation des Unternehmens ausführlich dargelegt und Fragen der GDL-Spitze beantwortet. Auch sei es um die finanziellen Auswirkungen gegangen, die die 58 Forderungen der Gewerkschaft zur Folge hätten, so die Bahnsprecherin. Die GDL habe diese Bewertung „zur Kenntnis“ genommen.

Für die nächsten Tage seien Sondierungsgespräche zwischen der Bahn und der GDL verabredet worden. Dabei sollen die Themenblöcke Entgelt, Arbeitszeit, Altersvorsorge und weitere Forderungen vertieft werden, hieß es. Eine weitere Angelegenheit sei die künftige Anwendung der GDL-Tarifverträge.


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„Das war heute ein wichtiger Termin, weil wir die Corona-Schäden nachvollziehbar dargestellt haben“, erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Nun sei der Rahmen für weitere Verhandlungen gesteckt. Laut der Bahnsprecherin ist die dritte Verhandlungsrunde für den 17. Mai geplant. Von Seiten der GDL gab es bis zum Nachmittag noch kein offizielles Statement.

Im aktuellen Tarifstreit fordert die GDL für das gesamte direkte Personal einen Eisenbahn-Flächentarifvertrag mit einer Entgelterhöhung um 4,8 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 1.300 Euro. Der künftige Tarifvertrag soll nach dem Willen der Gewerkschaft neben dem Zugpersonal auch für die Arbeitnehmer der Fahrzeuginstandhaltung, des Netzbetriebs und für die Fahrweginstandhaltung gelten.


| Titelfoto: EVN | aktualisiert am 28. April 2021, 18:10 Uhr